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Die Westküste Irlands mit der Segelyacht entdecken

Segeln an Irlands Westküste?

Die Westküste Irlands mit der Segelyacht entdecken

Steilküste Aran Inseln (ws)

Schroffe Steilküste, ewiger Schwell des Atlantiks aus West, wenige geschützte Buchten, Marinas eher ein Fremdwort, viele Regentage – wieso dann gerade Irland?

Ich hatte die Gelegenheit im Jahre 2000 eine Bavaria 38 .von Dingle nach Lelystad zu überführen und dadurch schon einen kleinen Einblick in das vielfältige, interessante und anspruchsvolle Segelrevier bekommen. Damals schon hatten es mir die fröhlichen Iren mit Ihrer Musik ganz besonders angetan. Die malerische abwechslungsreiche Landschaft dünn besiedelt mit pittoresken Dörfern und kleinen Städtchen ist Erholung pur. In 2011 waren wir von Schottland über Irland zur Isle of Man gesegelt. Auch hier wieder hatten wir die Gelegenheit weitere Einblicke von Irland zu bekommen.

Die Westküste Irlands mit der Segelyacht entdecken

Roundstone – Eldon’s Hotel

Isabella kennt Irland von einer mehrwöchigen Reise von der Landseite und möchte gerne die Cliffs of Moher einmal von der Seeseite besichtigen. Damit war Galway als Ausgangsort für den Chartertörn unserer präferierter Ausgangshafen.

Und tatsächlich fand sich nach einigem Suchen Charter Ireland!

Ava die Operations Managerin von Charter Ireland hat für uns eine Oceanis 37. Genau die richtige Yacht für 4 bis 5 Personen für eine Woche Segel Urlaub. Der Heimathafen der Yacht ist Rossaveel, ca. 1 Autostunde von Galway entfernt.

Albrecht, Ursula und Wolfgang sind ebenfalls begeistert von der Idee Irland mit der Segelyacht zu bereisen. Schiff und Crew steht.

Freitag, 24.05.2019

Heute geht es endlich los! Urlaub! Entdeckungsreise Irland!

Anreise nach Rossaveel

Schiffswracks aus Holz bei Roundstone

Schiffswracks aus Holz bei Roundstone

Mit dem Eurowings Flug EW9394 geht es in 2 Stunden von Düsseldorf nach Dublin. Ganz nach Flugplan landen wir um 11.40 Uhr Ortszeit in Dublin. Passkontrolle, Gepäckausgabe und zum Bus Terminal. Wir haben Glück. Ein Reisebus des Unternehmens Gobus will in wenigen Minuten losfahren und hat noch einige Plätze für uns frei. Knapp 3 Stunden später und gut 200 Kilometer weiter westlich steigen wir in der Galway New Coach Station aus dem Bus.

Joao von Galway Shuttle erwartet uns schon. In seinem großen Vito ist reichlich Platz für uns fünf und unser Gepäck. Jetzt gilt es noch einzukaufen. Ava hatte uns Suvervalu in Barna empfohlen. Barna liegt auf dem Weg von Galway nach Rossaveel.

Wir sind begeistert von der Auswahl des Supermarkts. Sogar frischen Fisch und Fleisch können wir zu akzeptablen Preisen erwerben.

Nach einer gefühlten Ewigkeit haben wir alles beisammen und verstauen es im Vito. Joao merkt vorsichtig an, dass er uns etwas mehr als die vereinbarte Summe für den Shuttle Service berechnen müsste. Klar doch.

Endlich kommen wir in Rossaveel an. Hier erwartet uns Graham. Er hat die Yacht von Galway nach Rossaveel gebracht erfahren wir von ihm. Wir laden unser Gepäck aus und verabschieden uns von Joao. Er bekommt reichlich Trinkgeld und freut sich schon darauf uns in 8 Tagen wieder abholen zu dürfen.

Schiffsübergabe und der erste Abend

Bis zur Marina sind es noch mehrere hundert Meter. Außerdem liegt unsere Yacht Súil Eile am äußeren Pontoon und Graham schlägt vor, dass wir die Yacht an einen näher zum Land gelegenen Liegeplatz verlegen. Er meint, dass sei für mich als Skipper auch gleich eine gute Möglichkeit die Yacht unter Maschine kennen zulernen. Prima. Ab- und Anlegen unter Aufsicht. Alles klappt bestens.

Súil Eile - Beneteau Oceanis 37

Súil Eile – Beneteau Oceanis 37

Wir führen zügig die Übergabe durch. Das Schiff macht insgesamt einen guten Eindruck. Der Bolzen für den Lümmelbeschlag hat einen deutlich zu kleinen Durchmesser. Der Baum hat somit viel zu viel Spiel.

Graham rät uns die Starterbatterie abends über den Hauptschalter vom Stromnetz zu trennen.

Wir schleppen unser Gepäck und die Vorräte an Bord um uns einzurichten. Zur Begrüßung gibt es wahlweise Irisches Lager oder Guinness.

Albrecht bereitet den super frischen Fisch ausgesprochen lecker zu. Dazu ein Glas Weißwein. Besser kann es uns gar nicht gehen.

Samstag, 25.05.2019 – Segeln an Irlands Westküste

Nach einem gelungenen Frühstück folgt die Sicherheitseinweisung. Beim Versuch den Diesel zu starten dann der große Schreck – mehr als ein müdes Klicken ist dem Anlasser nicht zu entlocken. Trotz Landstrom ist die Starter Batterie leer. Die Service Batterien gleichfalls.

Ava besorgt uns einen Techniker der mit voller Batterie und Starthilfekabel anrückt. Damit bekommen wir die Maschine sofort gestartet. Der Techniker lässt uns für den Notfall die Starthilfekabel und eine etwas betagte Ersatzbatterie an Bord.

16.00 Uhr – wir verlassen Rossaveel Marina unter Maschine – endlich. Ein ungutes Gefühl bleibt.

Zügig werden die Segel gesetzt und bei einer frischen Brise aus Südwest segeln wir zu den Aran Inseln. Hoch am Wind geht es südwärts. Mit dem 1. Reff und etwas eingerollter Genua lässt sich bestens ausbalanziert mit 2 Fingern steuern.

Unser Ziel ist Kironan auf Inishmore der größten der Araninseln. Die Überfahrt nach Inishmore erfreut unsere Seglerherzen. Jeder darf mal am Rad drehen. Súil Eile hat tolle Segeleigenschaften und lässt sich von den Wellen in keinster Weise beeindrucken. Wir sind alle froh endlich wieder unter Segeln auf dem Wasser zu sein.

Samstagnachmittag, bester Segelwind, trocken – außer uns ein Fischerboot und die Fähre, die gerade von den Aran Islands kommt. Wir genießen die Ruhe auf dem Wasser und befinden uns im Einklang mit Wind und Wellen.

Aran Islands

Straw Island Lighthouse

Straw Island Lighthouse

Die Inselgruppe besteht aus drei felsigen Inseln mit Inishmore als Hauptinsel unserem heutigen Ziel. Inishmore ist die am weiten westlich gelegene Insel.

Im grauen Dunst kommt schnell Straw Island Lighthouse in Sicht. Das Leuchtfeuer steht im Nordosten von Inishmore.  Die Ansteuerung von Kilronan und der Killeany Bay ist einfach.

Westlich des Leuchtfeuers liegt eine grüne Tonne. Zwischen Tonne und Leuchtfeuer beträgt die Kartentiefe mindestens 6 Meter. Nun noch eine Seemeile Kartenkurs 250 Grad und der Wellenbrecher von Kilronan ist erreicht.

Wird der Diesel diesmal anspringen? Ja, Hurra es hat geklappt.

Wir machen unsere Oceanis an einer Mooring Tonne fest. Mittlerweile ist es 20.00 Uhr. Jetzt haben wir uns ein leckeres Abendessen und ein Anlege Bier verdient.

Sonntag, 26.05.2019

Unsere Service Batterien sind schon wieder ziemlich am Ende. Der Diesel startet und wir haben Ladestrom für unsere müden Batterien.

Heute geht es nach dem Frühstück zu den Cliffs of Moher, den bekanntesten Steilklippen Irlands.

Wir machen unsere Súil Eile segelklar, werfen die Mooringleinen los und tuckern mit kleiner Fahrt durch die Killeany Bay. Klar bei Großfall – und schon geht das Groß im 1. Reff hoch. Die Genua folgt sofort ebenfalls im ersten Reff. Bei Westnordwest 5 segeln wir aus der Bucht heraus und runden das Leuchtfeuer entgegen dem Uhrzeigersinn.

 

Wir segeln durch den Gregory Sound zwischen  Inishmaan und Inishmore. Wieder wunderbares Segeln. An den Klippen der Insel überall brechende Seen. Der Atlantikschwell  sorgt für Meter hohe Gischt. Lange Meter hohe Wellen und bester Segelwind. Wir haben wieder richtig Freude am Segeln.

 

Cliffs of Moher

Wir haben den Sound passiert und genügend Abstand zu den Aran Insel. Jetzt gehen wir auf südöstlichen Kurs. Am Kompass liegen 150 Grad an. Recht voraus liegen in gut 7 Seemeilen Entfernung die Cliffs of Moher. Konzentriertes Segel ist bei dem Raumwindkurs jetzt angesagt.

 

 

Eine Stunde später sind wir in Landnähe für unsere Fotosession der Cliffs of Moher. So ganz optimal sind die Lichtverhältnisse leider nicht. Schade ….

 

 

Für die nächsten Tage haben wir Ziele nördlich der Aran Inseln im Blick. Also geht es jetzt wieder Nordwärts. Hoch am Wind nähern wir uns Inisheer der kleinsten und östlichsten Insel der Aran Islands.

Schon von weitem ist das rostige Wrack des 1960 an Land gespülten Frachters Plassy zu sehen.

 

 

 

 

 

Wir lassen Inisheer an unserer Backbordseite liegen und gehen so hoch wie möglich an den Wind. Unser ursprüngliches Ziel heute schon weiter nach Nordwesten zu segeln verwerfen wir bei dem strammen Nordwestwind.

Cashla Bay mit unserem Ausgangshafen Rossaveel können wir recht gut anlegen. Auch prima. Bei feinstem Segelwind nähern wir uns der Küstenlinie. Von See kommend lassen wir die grüne Tonne und den Cannon Rock an unserer Steuerbordseite liegen.

 

 

Am Eingang der Cashla Bay dann eine der wenigen Schiffsbegegnungen – ein Fischtrawler vom Typ Conquest kommt uns entgegen.

In der Nähe der Einfahrt von Rossaveel gehen wir in den Wind um unsere Segel zu bergen. Motor an und anlegen.

Nach dem Abendessen geht es auf ein Pint in An Chéibh Bar. Auf das erste Pint folgt ein zweites und dann gibt es Live Musik vom Feinsten. 2 Iren spielte melodiöse Traditionals und Country. Ein gelungener Mix. Nach 2 Stunden Konzert wird noch gemeinsam die Irische Nationalhymne gesungen. Zum Abschluss dann noch das allerletzte Pint und dann geht es auch zurück in den Hafen.

Montag, 27.05.2019

Heute wollen wir weiter nach Nordwesten. Westlicher Wind um 5 bis 6 Beaufort hat der Wetterbericht signalisiert.

Nur die Maschine springt wieder nicht an. Diesmal rufen wir gleich den Techniker an. Nach einigem hin und her bekommen wir  eine neue Starterbatterie. Die alte Starterbatterie verwenden wir fortan als Service Batterie welche mittlerweile ganz den Geist aufgegeben hat.

Gegen Mittag geht es endlich los. Sonne, Wind und Wolken – auf geht’s. Schöne lange Kreuzschläge Richtung Westen bei Wind und Welle – besser geht es kaum.

Súil Eile bereitet uns bei dem Wind und 2,5 Meter Welle richtig Freude. Anspruchsvolles tolles Segeln auf dem Atlantik. Ab und zu ein kleiner Schauer und ordentlich Wind aus West – ansonsten kommt immer wieder die Sonne durch und verwöhnt uns mit vielfältigen Blautönen des Meeres und Himmel. Linker Hand liegen die Aran Inseln von denen wir nach schönen Kreuzschlägen Abschied nehmen und unseren Kurs nordwärts richten.

 

Nach 4 Seemeilen befinden wir uns in der Nähe der Mackan Riffs und zahlreichen weiteren Felsen und dem Festland vorgelagerten Inselchen. Sorgfältige Navigation ist hier angesagt. Isabella kontrolliert regelmäßig unsere Position. Schließlich wollen wir eine sichere Ansteuerung nach Roundstone.

Die Wassertiefe in diesem Küstenbereich schwankt durch die zahlreichen Unterwasserfelsen signifikant. Bei diesem Wind aus West ist es außerordentlich wichtig auf entsprechende Wassertiefe zu achten und Flachs zu vermeiden. Gefährlicher Seegang mit brechenden See ist auf den Flachs zu erwarten.

Mittlerweile befinden wir uns im Big Sound und haben durch die Inseln Groaghnakeela Island, Llaunacroagh Beg und Illaunacroagh More etwas Abdeckung aus Westen. Die See beruhigt sich zunehmend.

Smith Rock lassen wir an unserer Steuerbordseite. In der Seekarte ist vermerkt „rarely breaks“. Das ist doch beruhigend, oder?

Wir kommen in die Abdeckung von Inishlackan und befinden und nur wenig später in der Roundstone Bay. Mit der neuen Batterie springt der Diesel ganz entspannt an. Was für eine Freude.

Nach einer halben Meile haben wir Roundstone erreicht. Wir machen unsere Yacht nach 44 Seemeilen spannenden Segelns an einer Mooring Tonne fest. Mittlerweile ist es 20.35 Uhr Ortszeit. Abendessen und ein Rockshore (Irish Lager) oder Guiness. Besser kann es uns nicht gehen.

Dienstag, 28.05.2019

Nach dem Frühstück ist eine Besichtigungstour von Roundstone angesagt. Albrecht bleibt an Bord. Zu viert klappt die Fahrt mit dem Beiboot ganz gut. Wir müssen paddeln, da der Außenborder nicht so recht will.

Roundstone gehört zu der Region Connemara im Westen Irlands in der Grafschaft Galway. Connemara ist bekannt für die Bewahrung der Traditionen, dem Essen und der Musik. Hier wird auch noch irisch gesprochen!

Im Innenhafen machen wir unser Dinghi an einer Leiter fest. Der Trawler Northern Lights G506 lehnt sich mangels Wasser an die Hafenmauer. Im Sonnenschein leuchten die bunt gestrichenen Häuserfassaden. Zahlreiche Hummerkörbe auf der Hafenmole sehen schon einmal vielversprechend aus.

 

Auf Anhieb gefällt uns der kleine Ort.

Der bekannte Pub O’Dowd’s Seefood Bar macht einen einladenden Eindruck. Für Fish & Chips ist es jedoch noch etwas früh.

In dem Künstlerviertel erwerben wir bei einem Töpfer einige Mitbringsel für unsere Lieben.

Nach der Besichtigung der Kirche besuchen wir selbstverständlich auch die beiden örtlichen General Stores um Lamm, Milch und Obst zu erwerben.

In Roundstone scheinen die Uhren langsamer zu gehen. Der Ort und alle Menschen hier machen einen angenehm entspannten Eindruck auf mich. Das Wort Hektik scheint hier nicht bekannt zu sein.

Zahlreiche Fotos später geht es wieder zurück zu unserer Yacht.

Richtig schön wie unsere Súil Eile im Sonnenlicht vor dieser wundervollen Kulisse an der Mooring Tonne liegt.

Súil Eile mit dem Stander der SKU

Súil Eile mit dem Stander der SKU

Weiter nach Nordwesten

Nach dem Ablegen laufen wir unter Vollzeug gen Süden um wieder in offene Gewässer zu gelangen. Wenig Wind ist für heute angesagt. Noch geht es gut voran. Um die Mittagszeit herum ist es dann soweit – wir müssen den Diesel als Verstärkung starten. Kurs 290°.

Um 13.45 Uhr runden wir Slyne Head mit seinem imposanten Leuchtfeuer. Ab hier geht es jetzt Nordwärts. Rechter Hand liegt das Festland mit seinen zahlreichen vorgelagerten Riffs und kleinen Inseln.

Noch 10 Seemeilen bis zur Insel Inishbofin unserem heutigen Ziel. Schade, dass uns heute der Wind im Stich gelassen hat ……….

Im Süden von Inishbofin befindet sich Bofin Harbour eine ausgesprochen geschützte Buch mit Kaianlagen für Fähre und Fischerei Fahrzeuge. Yachten ankern oder machen an Mooring Tonnen fest.

 

Die Ansteuerung von Bofin Harbour ist mit Unterwasserhindernissen gespickt. Erneut ist sorgfältige Navigation angesagt.

Hoch konzentriert steuern wir in den Naturhafen. Nach einer Besichtigungstour lassen wir unseren Anker fallen.

 

Der Anker slippt und wir holen unser Grundeisen zusammen mit einem halben Wald wieder aus dem Wasser. Kurzentschlossen machen wir an einer privaten Mooringtonne fest.

 

 

Auf dieser entlegenen Insel ist nicht wirklich viel los – oder etwa doch? 2 Jetskis verlassen die Bucht um draußen etwas herumzutoben, ein Ruderboot fährt durch die Bucht und die rot weiß lackierte Fähre läuft ein.

Mittwoch, 29.05.2019

Heute saut es so richtig. Ordentlich Wind und Regen. Der Wetterbericht verspricht 5 Windstärken und Regen. So ist es halt. Wind prima, der Regen eher unerwünscht. Ohne den regelmäßigen Regen wäre die Landschaft hier vermutlich nicht so wunderschön gün.

Hoch am Wind laufen wir gen Süden.

 

Einen Kreuzschlag um etwas nach Westen zu kommen und wir können den High Island Sound anlegen. Wir segeln zwischen High Island und Malthooa durch. Sehr schön. Präzise navigiert und bestens gesteuert.

Am frühen Nachmittag passieren wir wieder Slyne Head. Da noch mal Nachschub gebunkert werden soll, steuern wir auch heute wieder Roundstone an.

Tolles anspruchsvolles Segeln.

Das Fotoshooting fällt heute etwas kürzer aus.

 

Donnerstag, 30.05.2019

SW 5 bis 6, Regen  – gut, dass wir alle ordentliche Schwerwetterkleidung dabei haben.

Also wieder ein ins Ölzeug und Leinen los. Heute müssen wir gen Süden durch den Big Sound aufkreuzen. Nach der fünften Wende ist es geschafft und wir können den südöstlichen Kurs zu den Aran Inseln anlegen.

Erneut haben wir den richtigen Segelwind, nur die Luftfeuchtigkeit könnte etwas geringer sein …….

Am frühen Nachmittag sind wir schon in Kilronan und machen längsseits als 4. Schiff an einem Fischerboot fest. Leider sind unsere kurzen Festmacher nicht geeignet Landleinen zu legen. Im Päckchen liegt noch eine Stahlsegelyacht. Wir fragen das Eignerehepaar nach Ihrer Einschätzung ob wir so liegen bleiben dürfen. „Klar. Der Eigner des Fischerboots ist sehr nett“.

 

 

Das Ehepaar wartet noch auf Ersatzteile bevor es die Reise nach Norwegen antreten kann.  Wir fragen nach der Möglichkeit Trinkwasser zu bunkern und bekommen auch gleich einen großen Kanister geliehen. Viele mal gilt es diesen von Land über die 3 Schiffe auf unsere Yacht zu schleppen. Geschafft!

Nun auf zur Besichtigung von Kilronan. Leider regnet es wieder etwas. Irgendwann ist es soweit und wir stärken uns in einem Pub bei einem Bier.

 

Zurück auf dem Schiff werden wir recht harsch von dem Eigner des Fischerboots zur Schnecke gemacht. „My boat is not a pier!“

Immer würde diese Segelyacht an seinem Boot festmachen und niemals Landleinen ausbringen. Wenn wir nicht in einer halben Stunde Landleinen hätten, würde er uns eigenhändig losmachen.

Da wir keine langen Festmacher haben und wir mit unserem Landausflug fertig sind, verholen wir uns kurzerhand wieder an eine Mooring Tonne. Ich kann den armen Pat Maguire schon verstehen wenn immer wieder die selbe Segelyacht an seinem schönen neuen Fischerboot festmacht und jedesmal vergisst Landleinen auszubringen.

Freitag, 31.05.2019

Unser letzter Segeltag. Aufgrund der diversen technischen Defekte sollen wir nun doch nach Galway segeln damit dort Techniker das Schiff durchsehen. Prima. Damit hatten wir gar nicht mehr gerechnet.  Der Wetterbericht hat wieder das gleiche im Angebot wie gestern. Südwest 5, Regen. Bei dem Wind geht es rasant nach Osten ganz bis ans Ende der Galway Bay.

Die Marina von Galway kann nur von 2 Stunden vor Hochwasser bis Hochwasser angelaufen werden. Nur in der Zeit wird das Tor geöffnet. Wir sind zu früh und machen an einer der Mooring Tonnen vor der Einfahrt fest.

Gegen 15.00 Uhr bekommen wir von Avas Mitarbeiter die Anweisung in die Marina einzulaufen. Er meint noch, “ It will be a little bit tricky with this wind“. Bange machen gilt nicht. Vorsichtig laufen wir in das Hafenbecken ein. Zweimal links abbiegen und wir haben die Marina genau vor der Nase.

Linker Hand der Einfahrt befindet sich ein schöner freier Liegeplatz. Genau den sollen wir anlaufen. Prima. Mehrfach Anstrahl und Radeffekt angewendet und  Súil Eile liegt sicher in der Box. Ein toller und anspruchsvoller Törn nähert sich dem Ende. Ich bin froh, dass wir Súil Eile trotz diverser technischer Herausforderungen wieder heil in dem Zielhafen angelegt haben.

Galway Street Club BandFlott packen wir unsere Sachen.

Dann geht es in die Stadt. Ein wunderbarer irischer Abend mit Fish & Chips, Guiness, Lager und vor allem toller und vielfältiger Musik. Ein wunderbarer Ausklang dieses unvergesslichen Segeltörns.

Samstag, 01.06.2019

Auch die Rückreise gestaltet sich unspektakulär.

Diesmal nehmen wir den Bus von Citylink um zum Dublin Airport zu gelangen. Dort haben wir dann noch einmal reichlich Zeit um uns zu stärken. Der eine oder wählt dann noch einmal ein Lager oder auch ein Guiness.

Segelrevier und Reiseroute

 

 

 

 

Wir haben in 7 Segeltagen insgesamt 188 Seemeilen zurück gelegt. Wir hatten an 6 Tagen besten Segelwind. Lediglich an einem Tag musste der Diesel für längere Zeit für Vortrieb sorgen.

Charter Ireland

Charter Ireland haben wir über eine Internet Recherche gefunden. Ava führt das Unternehmen für ihre Eltern. Die Webseite führt mehrere Yachten auf. Nach unserem Eindruck ist die Oceanis 37 die einzige Yacht welche tatsächlich für Charter zur Verfügung steht. Die meiste Zeit des Jahres wird das Schiff offensichtlich für Tages und Wochenendfahrten mit Skipper von Rossaveel zu den Aran Islands eingesetzt. Die Bewertungen in Trip Advisor sind alle Top. Während der Wintersaison wird die Yacht für die Yachtmaster Ausbildung eingesetzt. Einer der Yachtmaster Instruktoren hatte uns im Vorfeld zum Törn per E-Mail und telefonisch mit Informationen zum Revier versorgt.

Uns gefiel die Yacht insgesamt sehr gut. Eine Heizung hätten wir uns insbesondere nach den etwas feuchteren Schlägen schon gewünscht.

Die Yacht wird offensichtlich von vielen Schiffsführern bewegt und wirkte technisch nicht besonders gepflegt. Insbesondere die Elektronik war in einem kritischen Zustand. Wir hatten Glück, dass die Ausfälle der Batterien uns beides mal in Rossaveel ereilten.

Wesentliche Mängel

  • Ladegerät für Landstrom defekt
  • Starter- und Servicebatterie gebrückt
  • Batterien extrem schwach
  • Entladung der Batterien
  • Falscher Bolzen für den Lümmelbeschlag

Ansonsten tolles Segelschiff. Laken und Kissen gehören zum Standard. Decken können für einen kleinen Beitrag gebucht werden. Der Preis in Höhe von 2000,- Euro für 7 volle Segeltage ist angemessen.

Seekarten und Nautische Literatur

Aufgrund der zahlreichen Riffs und Felsen in Landnähe sind Karten mit großem Maßstab zwingend notwendig. Sehr zu empfehlen sind die Admiralty Charts in den größtmöglichen Maßstäben. Die Imray Charts lassen sich nur eingeschränkt nutzen. Als Ergänzung zu den Papierkarten empfiehlt sich ein Tablett mit Navionics Seekarten.

Der Reeds Nautical Almanac oder ein vergleichbares Werk mit aktuellen Gezeitentabellen und Stromkarten wird ebenfalls benötigt. Für die Vorbereitung auf den Törn sowie vor Ort ist der nautische Revierführer South & West Coasts of Ireland Sailing Directions sehr zu empfehlen. Reichlich bebildert gibt dieser Revierführer entscheidende Hinweise zu der Ansteuerung von Häfen sowie den Versorgungsmöglichkeiten.

eOceanic – Nautische Informationen Irland und Südküste England

Yachtcharter Anbieter Irland

Segeln in Irland ist kein Massensport. Glücklicherweise!

Insofern verwundert es nicht, dass es nur eine überschaubarer Anbieter von Bareboat Charteryachten gibt. Nachfolgend die von uns ermittelten Anbieter. Gerne ergänzen wir die Liste bei Bedarf. E-Mail an wolf.ortlinghaus@sku.de genügt.

Charter UnternehmenOrt
Charter IrelandGalway, Westküste
Sovereign SailingKinsale
Baltimore Yacht ChartersCork
Sailing IrelandKilmore
Irish National Sailing & Powerboat SchoolDublin
Wild West SailingSligo




Ohne Latte zu den Kanalinseln

Stander der SKU

Stander der SKU

Matthias hat vorgeschlagen dieses Jahr die Kanalinseln zu besuchen. Nichts einfacher als das. Bei CapWest habe ich zeitig eine GibSea 116 gebucht. Die Yacht ist in der Marina Diélette beheimatet. Der kleine Ort gehört zur Normandie und befindet sich etwa 100 Kilometer nördlich von Granville auf annähernd gleicher Breite wie die Kanalinsel Guernsey.

Anreise

Wir vier, Matthias, Michael, Andreas und ich reisen mit dem Opel Zafira von Andreas an. In das Raumwunder bekommen wir recht entspannt das Gepäck für 4 Personen und haben sogar noch genügend Platz für uns.

Ohne Latte zu den Kanalinseln - Pont de Normandie

Pont de Normandie

Von Düsseldorf aus geht es via Aachen, Lüttich, Mons, Valanciennes, Amiens, Rouen und Le Havre nach Diélette. Der größte Teil der Strecke lässt sich ausgesprochen entspannt auf den belgischen und französischen Autobahnen sowie vierspurigen Nationalstraßen zurück legen. Lediglich die letzten 20 Kilometer führen über kleine Landstraßen welche durch ihre Landschaft entschädigen. In Belgien fällt uns der schlechte Zustand der Autobahnen auf. Zahlreiche Baustellen sind eingerichtet nur scheint sich dort wenig zu tun. Aufgrund des moderaten Verkehrs stören die Baustellen jedoch nicht wirklich.

Für die Anreise sollten für die gut 800 Kilometer 9 Stunden eingeplant werden.

Ein Höhepunkt der Reise ist die mautpflichtige Pont de Normandie über die Seine Mündung.

Schiffsübergabe

15.06.2018

Wir kommen am frühen Nachmittag in der Marina an. Unsere GibSea Homet ist fast fertig. Lediglich die Außenreinigung soll noch vorgenommen werden. Wir entladen unser Auto und fahren anschließend zum Einkaufen in den nur wenige Kilometer entfernten SuperU in Les Pieux.

2 Einkaufswagen laden wir voll und bezahlen am Ende 285 Euro für Getränke, Verpflegung und Reinigungsartikel.

Palmen in Diélette

Palmen in Diélette

Wir gehen die übersichtliche, mehrsprachige (französisch, englisch, deutsch) Inventarliste durch. Nicht alles ist vorhanden. Unser Dinghi schwächelt und hält offenbar die Luft nicht. Das Groß sieht schon etwas mitgenommen aus und zu unserem Erstaunen fehlen die Segellatten. Die Rollgenua macht einen recht guten Eindruck.

 

Marina Diélette

Marina Diélette

Hafeneinfahrt Diélette

Hafeneinfahrt Diélette

Wellenbrecher Diélette

Wellenbrecher Diélette

16.06.2018

Wir stehen zeitig auf uns stärken uns mit frischen Croissants, Pain au Chocolat und französischem Baguette für den ersten Segeltag.

Gerne wollen wir die Übergabe hinter uns bringen. Marc (Inhaber CapWest) benötigt mehrere Anläufe, bis er schlussendlich bei uns an Bord landet.

Es gelingt uns gar nicht alle Mängel im Detail aufzulisten. Viele sind Kleinigkeiten wie beschädigte Scharniere und eine beschädigte Klobrille. Der Abfluss der Spüle ist undicht. Offensichtlich schon sehr lange da es stark nach Schimmel riecht.

In der Motorbilge schwappt ein streng riechendes Diesel und Wassergemisch.

Der viel zu lose Keilriemen wird gespannt und auch der lose Seewasserfilter wird wieder befestigt.

Wir dürfen uns glücklicherweise das Dinghi von einer Yacht nehmen deren Crew erst einen Tag später anreist. Was Marc denen wohl zum Thema Beiboot erklären wird?

Das Thema Segellatten ist offensichtlich auch nicht so wichtig – deshalb geht es „ohne Latte zu den Kanalinseln“.

Leinen los

Um 11.10 Uhr werfen wir bei blauem Himmel die Leinen los. An der Tankstelle prüfen wir den Füllstand des Kraftstofftanks. Fast 10 Liter bekommen wir noch spielend in den angeblich vollen Tank.

Nun aber raus aufs offene Meer. Das Meerwasser schillert dank strahlendem Sonnenschein Türkisfarben. Wunderschön.

Nachdem wir deutlich frei von der westlichen Kardinaltonne sind werden die Segel gesetzt.

Unter Vollzeug rauschen wir Dank Gezeitenstrom und frischer Briese Richtung Alderney der nördlichsten Kanalinsel. Am frühen Nachmittag frischt der Wind weiter auf, aus grauen tief hängenden Wolken fällt etwas Regen und wir binden 2 Reffs ins Groß ein und reffen die Genua gleich mit.

Alderney

Homet an der Mooring Boje in Braye Harbour, Alderney

Homet an der Mooring Boje in Braye Harbour, Alderney

Grau verhangen empfängt uns Alderney. Wir machen an einer Tonne im nach Nordosten offenen Hafen fest. Der kräftige Westwind sorgt im Hafen für ordentlich bewegtes Wasser. Für unseren Landgang lassen wir unser Ölzeug gleich an. Ganz vorsichtig steuert Michael unser Dinghi die zwei Kabellängen von unserer Mooring Tonne zum Landing Pontoon. Immer wieder schwappt Wasser in unser kleines von einem 2.3 PS Honda Viertakt Motor angetriebenes Bombard Schlauboot. Prima, dass wir 4 so schlank sind und somit gemeinsam fahren können.

Dinghi Steg Braye Harbour, Alderney

Dinghi Steg Braye Harbour, Alderney

Fischerboote im Little Crabby Harbour

Wir lassen uns Zeit und erkunden die nähere Umgebung von Braye Harbour. Im Fischerhafen Little Crabby Harbour sind alle Boote mittlerweile Trocken gefallen. Der Tidenhub in diesem Revier  ist enorm. In Saint Malo sind 12 Meter möglich, auf den Inseln immerhin noch gut 8 Meter.

 

Wellenbrecher Alderney

Wellenbrecher Alderney

Der 910 Meter lange Wellenbrecher der Braye Harbour schützt ist beeindruckend. Dieses Bauwerk wurde zwischen 1847 und 1868 errichtet. Bei auflandigem Seegang bricht sich hier die See und schleudert riesige Wassermassen in den Hafen.

 

 

Hinweis auf mögliche Gefahren beim Betreten des Wellenbrechers

Hinweis auf mögliche Gefahren beim Betreten des Wellenbrechers

Zurück geht es mit Rückenwind zu unserer Segelyacht Homet.

Nach dem Abendessen und einem gepflegten Heineken ist es Zeit die nächste Etappe zu planen. Die Mehrheit der Crew möchte etwas länger schlafen auch wenn dies bedeutet gegen den Gezeitenstrom anzumarschieren. Mal schauen ob das klappt.

17.06.2018

Damit es bei dem frischen bis kräftigen Wind aus Südwest nicht zu heftig wird, warten wir mit dem Auslaufen bis 12.00 Uhr. In der Meerenge The Swinge zwischen Alderney und Burhou geht es richtig zur Sache.

The Swinge - chaotische Seegangsverhältnisse

The Swinge – chaotische Seegangsverhältnisse

Wir haben Springzeit und der Gezeitenstrom schiebt gewaltige Wassermassen nach Nordosten. Über Grund laufen wir bei 2000 Umdrehungen mit einem Knoten Fahrt nach Südwesten. Das Wasser brodelt, Wellen brechen sich und Gischt sprüht durch die Luft. Unsere Homet und wir werden ordentlich durchgeschüttelt und spüren jetzt ganz deutlich was es heißt sich nicht nach den Gezeiten zu richten.

 

Les Etacs bei Alderney

Les Etacs bei Alderney

Nach 90 Minuten sind wir durch The Swinge. Die See wird merklich ruhiger und wir segeln bei erneut grau verhangenem Himmel Richtung Guernsey. Die Sicht wird zunehmend schlechter. Schemenhaft lassen sich in zwei bis dreihundert Meter Entfernung erste Konturen von Riffen und Seezeichen vor Guernsey erkennen.

Vorsichtig steuern wir Little Russel die Passage zwischen Guernsey und Herm an. Dank Sony Tablett mit aktuellem Navionics Kartensatz ist alles recht einfach bis wir im Nebel die Konturen einen Kreuzfahrtschiffes ausmachen. Der Kreuzfahrer liegt vor Anker. Wir sehen dessen Tender mittlerweile zwischen ihm und St. Peter Port der Hauptstadt von Guernsey pendeln.

Wir folgen dem für Small Crafts empfohlenen Weg und gelangen sicher zu den Steganlagen vor der Victoria Marina und machen dort fest.

18.06.2018 Guernsey

Leuchtfeuer Hanois

Leuchtfeuer Hanois

Für heute haben wir einen Ausflug mit dem Mietwagen über die Insel geplant.

Auf der Albert Pier gibt es bei den Sanitäranlagen ein Telefon um per Tastendruck Kontakt mit den ortsansässigen Mietwagenfirmen.

Ich probiere den Knopf mit der Aufschrift Avis aus. „In  5 Minuten kommt ein Mietwagen!“

Fort Pezeries

Fort Pezeries

Damit hätte ich nicht gerechnet. Tatsächlich erscheint nur wenige Minuten später ein mit einem großen H für Hire Care gekennzeichneter Renault Captur auf dem Gelände. Die Übergabe gestaltet sich völlig unkompliziert. Inklusive Vollkasko bezahle ich 50 Pfund.

Andreas, Matthias und Michael haben mittlerweile unsere Homet in die Marina verholt. Endlich können wir unser Schiff wieder mit Strom versorgen. Leider mussten wir gestern feststellen, dass die Ladespannung der Lichtmaschine mit 12,2 Volt zu niedrig ist um die Batterien zu laden. Nur Landstrom hilft uns die offensichtlich etwas altersschwachen Batterien halbwegs am Leben zu halten.

Guernsey mit dem Mietwagen

Fort Pezeries

Fort Pezeries

Mit unserem Renault umrunden wir die Insel im Uhrzeigersinn.

Im Südwesten von Guernsey stellen wir unseren Renault ab und erkunden zu Fuß die Küste. Wir haben einen wunderbaren Ausblick auf das Leuchtfeuer Les Hanois. Nach und nach kommt die Sonne raus. Der Westwind vertreibt die grauen Wolken und unsere Umgebung erstrahlt in einem ganz faszinierenden Licht.

Signal Rock La Varde

Signal Rock La Varde

Immer wieder parken wir unseren Mietwagen um uns die Küstenlandschaft von Guernsey anzuschauen. Auch bei der Beaucette Marina legen wir einen kurzen Stop ein und schauen uns den malerisch gelegenen Hafen an. Vom ehemaligen Steinbruch wurde eine Verbindung zum Meer gesprengt, einige Stege ausgelegt und somit ein wunderschöner kleiner ausgesprochen geschützter Hafen geschaffen.

 

Auf unserer Fahrt fallen uns immer wieder Befestigungsanlagen und Bunker aus dem zweiten Weltkrieg auf. Die Wehrmacht hat damals ausgesprochen solide Bauten errichtet. Am Nachmittag ergänzen wir in einem großen Supermarkt unsere Vorräte. Anschließend geht es zurück zur Marina.

 

Felsenküste Guernsey

Felsenküste Guernsey

Kleines Fischerboot in Riffnähe

Kleines Fischerboot in Riffnähe

Fort Hommet

Fort Hommet

Beaucette Marina auf Guernsey

Beaucette Marina auf Guernsey

Niedrigwasser

Niedrigwasser

Nach eingehendem Studium der Gezeitentafeln und dem Stromatlas steht unsere Abfahrtzeit für den nächsten Morgen fest. Gegen 07.00 Uhr müssten wir los um mitlaufenden Strom zu haben. Da am nächsten Morgen erst gegen 11.00 Uhr genügend Wasser über dem Süll steht, müssen wir heute Abend noch die Marina verlassen und uns an den Waiting Pontoon zu legen. Nach einer kurzen Abstimmung mit dem Hafenmeister verlegen wir unsere GibSea an den Wartesteiger und sind somit jederzeit in der Lage St. Peter Port zu verlassen.

19.06.2018

Leuchtfeuer La Corbíère

Leuchtfeuer La Corbíère

Bereits um 06.40 Uhr stechen wir in See. Kurz nach dem Verlassen von St. Peter Port setzen wir die Segel und gehen auf südlichen Kurs. Ein gemütlicher Südwest um 3 bis 4 Beaufort beschert uns entspanntes zügiges Segeln.

Wir nähern uns von Nordwesten Jersey. Das südwestliche Leuchtfeuer La Corbière ist bestens zu sehen.

Commodore Goodwill - Jersey

Commodore Goodwill – Jersey

Wir hangeln uns an der südlichen Küsten durch die North West Passage. Nördliche Kardinaltonnen kennzeichnen die zahlreichen Riffs. Wir lassen die Tonnen an der Steuerbordseite und segeln weiter nach Osten.

 

Niedrigwasser

Noirmont Point Jersey

Jersey

Mit einem Steuerkurs von 20° halten wir auf St. Helier der Hauptstadt von Jersey zu. Das International Port Traffic Signal von St. Helier Vessel Traffic Service zeigt zweimal grün über weiß. Wir können einlaufen müssen jedoch mit Gegenverkehr rechnen.

St. Helier Vessel Traffic Service

St. Helier Vessel Traffic Service

Über dem Süll der  Marina St. Hellier stehen gut 7 Meter Wasser. Nach einem kurzen Funkspruch erhalten wir die Freigabe uns einen freien Liegeplatz am Steiger F zu suchen.

Heute gönnen wir uns Fish & Chips. Das Sea Fish Café in der Liberty Wharf befindet sich unweit der Marina und wird uns wärmstens empfohlen. Menge und Qualität sind wirklich Top!

Marina Office St. Helier Jersey

Marina Office St. Helier Jersey

Süll mit Flapgate St. Helier Marina Jersey

Süll mit Flapgate St. Helier Marina Jersey

Handelshafen Jersey

Handelshafen Jersey

Heute hat Michael die Ursache für den immer wieder neuen Diesel in der Motorbilge gefunden. An der Kraftstoffleitung des ersten Zylinders tritt bei laufender Maschine ein ganz feiner Strahl Diesel aus. Insbesondere im Leerlauf bei niedriger Drehzahl. Marc hat uns einen Techniker geschickt dem wir sehr genau erklären müssen wo das Problem liegt. Ersatzteile hat er nicht er möchte jedoch später am Abend mit Werkzeug zurückkommen und etwas „basteln“.

Wir beschließen nach Rücksprache mit Marc diese Hilfe nicht in Anspruch zu nehmen und Reinigen dafür lieber jeden Tag mehrfach die Motorbilge um den Dieselgeruch nicht zu intensiv werden zu lassen.

20.06.2018

Heute geht es weiter nach Sark Richtung Nordnordwest. Auf Sark leben etwa 500 Menschen. Teerstraße und Autos gibt es auf dieser Insel nicht. Trecker und Pferdefuhrwerke sind die dort anzutreffenden Transportmittel. Für Fahrtensegler wurden einige Mooringbojen ausgelegt.

Sark

Ansteuerung Havre Gosselin Sark

Ansteuerung Havre Gosselin Sark

Wieder einmal haben wir mäßige Sicht. Wir wollen im Westen von Sark die Nacht verbringen und steuern die Bucht Havre Gosselin an. Erst bei der Annäherung können wir unsere Bucht und einige vor Anker liegende Yachten ausmachen.

Wir machen an einer freien Mooringboje fest und machen unser Dinghi bereit für die Landerkundung.

 

Dinghilager auf Sark

Dinghilager auf Sark

Matthias und Michael tragen das Dinghi samt Außenborder an Land – sicher ist sicher. Wir marschieren über die landschaftlich wunderschöne Insel. Uns begegnen nur vereinzelt anderen Besuchern oder einem der wenigen Einheimischen.

Willkommen in der Einsamkeit.

Erholung pur.

La Coupée - die Verbindung zwischen Sark und Little Sark

La Coupée – die Verbindung zwischen Sark und Little Sark

Wir wandern gen Süden. Wir wollen auf die Halbinsel Little Sark. Diese ist über den betonierten Weg La Coupée mit Sark verbunden. Dieser wurde nach dem 2. Weltkrieg von deutschen Kriegsgefangenen gebaut. Erst seitdem lässt sich Little Sark sicher erreichen. Bei Starkwind wird gilt auf diesem Weg besondere Vorsicht.

 

Links zum Venus Pool - rechts zu den Silberminen und Port Gorey

Links zum Venus Pool – rechts zu den Silberminen und Port Gorey

Mitten im Farn entdecken wir einige Schafe, die sich durch unsere Anwesenheit so gar nicht stören lassen. Port Gorey ist auch eine Möglichkeit für Segelyachten die Nacht zu verbringen. Hier liegt jedoch offensichtlich nur eine Mooring Tonne. Alternativ gilt es Ankern.

 

 

Schaf im Farn - Little Sark

Schaf im Farn – Little Sark

Port Gorey - Little Sark

Port Gorey – Little Sark

Little Sark

Little Sark

Farbtupfer auf Little Sark

Farbtupfer auf Little Sark

Blüte

Blüte

Havre Gosselin im Nebel

Havre Gosselin im Nebel

Nach mehren Stunden Wanderung gelangen wir wieder in die Nähe von Havre Gosselin und bemerken wie sich rasch eine Nebelwand von Westen auf Sark zuschiebt. Inständig hoffen wir auf ausreichende Sicht für den zu unserem Dinghi und die anschließende Fahrt zu unserer Segelyacht.

Mittlerweile ist das Wasser deutlich gefallen und wir müssen unser Schlauboot erst einmal abseilen. Durch die Nebelschwaden ist glücklicherweise unsere GibSea zu erkennen.

21.06.2018

Heute wollen wir wieder nach Alderney um morgen den Heimathafen anzulaufen. Dabei gilt es noch einen Abstecher in Herm der kleinsten bewohnten Kanalinsel zu machen.

 

 

Havre Gosselin im Morgendunst

Havre Gosselin im Morgendunst

Havre Gosselin im Nebel

Havre Gosselin

 

Schloss auf der Privatinsel Brecqhou

Schloss auf der Privatinsel Brecqhou

Hoch am Wind Richtung Herm

Hoch am Wind Richtung Herm

Kardinal Nord Fourquies vor Herm

Kardinal Nord Fourquies vor Herm

Bestes Segelwetter. Unter Vollzeug laufen wir hoch am Wind Richtung der nur 3 Seemeilen entfernten Insel Herm. Michael dreht begeistert am Steuerrad und holt alles aus Homet heraus. Kurz vor Herm ziehen wir das Backbord Seitendeck permanent durch die See. Wir binden ein Reff ein und es geht etwas ruhiger zur Sache.

Herm

Jethou - Nachbarinsel von Herm

Jethou – Nachbarinsel von Herm

Wir nehmen die Percée Passage zwischen Herm und Jethou. Ein halbe Kabellänge vom Land entfernt lassen wir auf 8 Meter Wassertiefe unseren Anker fallen. Wir stecken reichlich Kette. Auf das Anlanden verzichten wir um das mitlaufende Wasser Richtung Alderney nicht zu verpassen.

 

 

 

Corbette Passage von Herm nach Guernsey

Corbette Passage von Herm nach Guernsey

Herm

Herm

Alderney - Braye Harbour

Alderney – Braye Harbour

Nach einer gute Stunde holen wir den Anker mit der Handwinsch wieder auf. Weiter geht es bei bestem Segelwetter nach Alderney. Diesmal empfängt uns die nördlichste Kanalinsel mit Sonnenschein und moderatem Wind. Das Übersetzen mit dem Dinghi von der Boje zum Dinghisteg ist ganz entspannt. Wir genießen das tolle Wetter eine Zeitlang an dem Menschenleeren blitzsauberen Strand.

 

 

Sandstrand Alderney

Sandstrand Alderney

Fischkutter Alderney

Fischkutter Alderney

Richtfeuer Braye Harbour - Alderney

Richtfeuer Braye Harbour – Alderney

Mannez Leuchtfeuer auf Alderney

Mannez Leuchtfeuer auf Alderney

22.06.2018

Chaotische See durch Gezeitenstrom

Chaotische See durch Gezeitenstrom

Heute müssen wir leider zurück nach Diélette. Noch einmal haben wir richtig tolles Segelwetter – Sonnenschein und 3 Beaufort aus Nordnordost. Nach Rundung der Nordostspitze von Alderney bekommen wir noch einmal die Auswirkungen des Gezeitenstroms zu spüren. Der südlich setzende Gezeitenstrom sorgt für eine konfuse und aufgewühlte See. Da wir noch Osten wollen müssen wir hoch am Wind segeln um die starke südwärts setzen Strömung zu kompensieren.

 

Hafeneinfahrt Diélette

Hafeneinfahrt Diélette

Mittags machen wir bereits in Diélette an der Tankstelle fest und füllen 31 Liter Diesel in den Tank. Unsere 15 Motorstunden kommen zu einem Drittel vom Nachladen der Batterien.

Die Übergabe zieht sich etwas hin. Gegen 17.00 Uhr können wir uns schlussendlich auf den Heimweg machen.

Fazit

Ein faszinierendes und anspruchsvolles Revier. Insgesamt gutes Wetter, eine tolle Crew und ein solides Schiff mit einem gewissen Rückstand in Wartung und Pflege.

Diélette ist neben Saint Malo ein idealer Ausgangshafen für eine Woche Kanalinseln. Die Anreise mit dem PKW ist einfach und flott zu bewältigen.

Der Golfstrom sorgt für ein mildes Klima.

Seekarten und Revierführer

  • Reeds Nautical Almanac 2018
  • Admiralty Tidal Stream Atlas The Channel Islands and adjacent coasts of France NP 264
  • Kartensatz SC 5604 Channel Islands
  • Navionics Karten auf dem Sony Tablett

Revierinformationen

Die Kanalinseln liegen direkt vor der französischen Normandie bzw. Nordbretagne.

Bei geschickter Planung und Nutzung der Gezeiten sind die Tagesetappen kurz.

Unbedingt an Bord sein sollten die oben aufgeführten nautischen Unterlagen wie Reeds, NP 264 und der Kartensatz SC 5604 Channel Islands.

Aufgrund der Gezeitenunterschiede von mehr als 8 Meter und den teilweise sehr starken Gezeitenströme ist eine sorgfältige Planung unerlässlich. Ein genaues Studium der Seekarten mit Blick auf mögliche Herausforderungen in Bezug auf Navigation wie auch Seegang empfiehlt sich vor Reiseantritt.

In einigen Bereichen der Kanalinseln wird in den Seekarten vor gefährlichen brechenden Seen gewarnt. Insbesondere in Verbindung mit Wind und Dünung können chaotische Seegangsverhältnisse entstehen. Auf Yachting Monthly  wurde 2016 ein interessanter Artikel zum Thema „Sailing through overfalls“ veröffentlicht.

In einigen Bereichen der Kanalinseln gibt es Flächen die nur rudimentär mit dem Bleilot oder gar nicht vermessen wurden (Incomplete Survery). In diesen Bereichen ist mit Flachs und Felsen zu rechnen, die nicht in der Seekarte eingezeichnet sind.

Typisches Merkmal der Kanalinseln sind zahlreiche vorgelagerte Riffs. Die Ansteuerungen und Passagen sind mit Tonnen markiert und bestens kartografiert. Gleichwohl gilt es ausgesprochen sorgfältig zu navigieren. Insbesondere muss der Gezeitenstrom berücksichtigt werden um nicht möglicherweise auf Flachs getrieben zu werden.

Nebel und mäßige Sicht tritt relativ häufig auf.

Ein Beiboot mit Außenborder ist für die Erkundung der Kanalinseln sehr zu empfehlen. Ohne Dinghi ist man auf die Wassertaxis angewiesen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 




Sommertörn mit der Motoryacht Arosa in den Niederlanden

Evelin und Ralf wollen ihre Erfahrungen im Umgang mit Motoryachten vertiefen. Die Idee ist dies mit einem Urlaubstörn in den Niederlanden zu kombinieren.

Am 14.08.2017 gehen wir in Cuijk an Bord unserer Arosa MK 1250. Herr Vissers gibt uns eine Einweisung in die Technik der Motoryacht. Anschließend verstauen wir Gepäck und Vorräte für die nächsten Tage. Für uns 3 ist die Arosa mit ihrer Länge von 12.5 Meter ausgesprochen luxuriös. Auch für 6 Personen bietet das Schiff einen hohen Wohnkomfort.

Dienstag, 15.08.2017

Sommertörn mit der Motoryacht Arosa in den Niederlanden - Maas-Waal Kaanal

Maas-Waal Kaanal

Heute haben wir einiges an Strecke vor.

Bereits um 07.25 Uhr legen wir in Cuijk ab. Wir fahren die Maas einen Kilometer zu Berg und biegen anschließend auf den Maas–Waal Kanal ab.

Die Schleuse Heumen ist offen und wir fahren unter dem Fluttor durch. Der Gegenverkehr fährt durch die offene Schleuse.

Schleuse Heumen

Schleuse Heumen

2 Stunden später passieren wir bereits die Schleuse Weurt.

Hercules VII - Schubverband

Hercules VII – Schubverband

Jetzt geht es auf die Waal der südliche und breitere der beiden großen Mündungsarme des Rheins.

Schlepper Dintel

Schlepper Dintel

Container Frachter Vagebond

Container Frachter Vagebond

Fussgänger Zone in Tiel

Fussgänger Zone in Tiel

Die Strömung unterstützt unsere Fahrt zu Tal. Um 11.30 Uhr machen wir in Tiel fest.
Sightseeing – wir erkunden den Ort und gönnen uns zur Stärkung eine Portion Kibbeling.
Weiter geht es zu Tal.

 

Fähre Pomona bei Tiel für Fußgänger und Fahrradfahrer

Fähre Pomona bei Tiel für Fußgänger und Fahrradfahrer

Hochseefrachter Lady Alexandra auf der Waal

Hochseefrachter Lady Alexandra auf der Waal

Schloß Loevestein

Schloß Loevestein

Bei Woudrichem geht die Waal in die Boven Merwede über

Bei Woudrichem geht die Waal in die Boven Merwede über

Bei Rheinkilometer 951 üben wir den Umgang mit einer Motoryacht im Strom. Halten der Yacht im Strom und Ferry Gliding.
Danach steuern wir Woudrichem an. In dem wunderschön gelegenen Festungshafen ergattern wir den letzten Liegeplatz. Wunderbar wie Evelin und Ralf mit der Arosa im Strom jonglieren.
Woudrichem liegt an der Merwede. So nennen die Niederländer den Rhein hier. Genau bei Woudrichem verbinden sich der Waal und die Afgedamde Maas zur Boven Merwede.

Arosa im Festungshafen Woudrichem

Arosa im Festungshafen Woudrichem

Woudrichem ist eine alte Festungsstadt mit wunderschönen Gebäuden und lädt mit seinem besonderen Flair zum Verweilen ein.
Nach einem ausgedehnten Spaziergang bereiten wir unser Abendessen an Bord zu. Dazu gibt es ein oder vielleicht auch zwei Gläschen Wein. Wir genießen die Abendsonne und die Stille an diesem wunderbaren Ort.

 

Einfahrt Festungshafen Woudrichem

Einfahrt Festungshafen Woudrichem

Martinus Kirche Woudrichem

Martinus Kirche Woudrichem

Museumshafen Woudrichem

Museumshafen Woudrichem

Mittwoch, 16.08.2017

Mühle Nähe Festungshafen Woudrichem

Mühle Nähe Festungshafen Woudrichem

Morgens früh liegt noch ein kleiner Dunstschleier über Woudrichem. Es verspricht bestes Wetter zu geben. Ideal für unser heutiges Vorhaben – wir wollen weiter das Rhein Delta hinunter um später nach Süden in den Nationalpark Biesbosch zu fahren.
Gegen 08.00 Uhr legen wir ab.
Mit kleinster Fahrt tuckern wir aus dem Hafen und richten den Bug Richtung Merwede.

 

Herde Wildpferde

Herde Wildpferde

Am Ufer der Afgedamde Maas sehen wir eine Herde Pferde.
Noch ist aus uns keiner unterwegs. Die Sonne vertreibt den Dunst – phantastisches Wetter.
Auf der Merwede begegnen uns dann doch schon wieder die ersten Berufsschiffer. Die Arbeit ruft. Nur wir sind ganz zu unserem Vergnügen hier.

 

Schwimmendes Gerät zur Sicherung der Brückenarbeiten

Schwimmendes Gerät zur Sicherung der Brückenarbeiten

An der Merwede Brug werden Wartungsarbeiten durchgeführt. Ein Arbeitsboot warnt die Schifffahrt vor der durch die Arbeitsgondel reduzierten Durchfahrtshöhe. Rechts die rote Tafel signalisiert die gesperrte Seite und links Rot über Weiß gebietet Sog und Wellenschlag zu vermeiden. Ein wunderbares Beispiel für den Sportbootführerschein Binnen Unterricht zum Thema Schwimmende Geräte.

 

Schubverband in Bergfahrt

Schubverband in Bergfahrt

Baggerschiff Drechtstroom

Baggerschiff Drechtstroom

Nach einigen Kilometern begegnet uns im Strom die Drechtstroom. Das Bagerschiff arbeitet in der Fahrrinne. Offensichtlich ist hier die Solltiefe nicht mehr gewährleistet.
Uns wird wieder einmal der hohe Aufwand für die Pflege und Instandhaltung der Binnenwasserstraßen deutlich.

Bei Werkendam teilt sich die Boven Merwede in die Nieuwe Merwede und die Beneden-Merwede.

Biesbosch Schleuse

Biesbosch Schleuse

Wir fahren noch ein kurzes Stück auf der Nieuwe Merwede um dann nach Backbord ins Steurgat abzubiegen.
Hier geht es über die Biesboschsluis in den Nationalpark. Wir haben bestes Timing. Die Schleuse öffnet für eine Segelyacht und uns.
Nach der Schleuse tauchen wir in den Nationalpark Biesbosch ein. Ausgedehnte Schilfgebiete und vereinzelte Baumgruppen begeistern uns.

 

Kabelfähre in 100 Meter

Kabelfähre in 100 Meter

Ein Schild am rechten Ufer weist uns auf eine Kabelfähre in 100 Metern hin. Die Pontje Steur ist eine Kabelfähre für Fußgänger und Fahrradfahrer zum Queren des Steurgats. Ideal um in das Naturschutzgebiet zu gelangen.

 

 

Kabelfähre Pontje Steur

Kabelfähre Pontje Steur

Nationalpark Biesbosch

Nationalpark Biesbosch

Schilf und Wälder im Biesbosch Nationalpark

Schilf und Wälder im Biesbosch Nationalpark

Ankerlieger im Biesbosch

Ankerlieger im Biesbosch

Wenig später teilt sich das Gewässer. Wir halten uns nach Steuerbord. Der Seitenarm auf der Backbordseite soll laut Herrn Vissers sehr flach sein. Kürzlich hat sich dort eines seiner Schiffe festgefahren und kam erst mit der folgenden Flut wieder frei.
Die Zeit für solche Experimente haben wir nicht!
Linker Hand sehen wir eine kleine Steganlage. Davon gibt es im Naturschutzgebiet mehrere. Hier kann kostenfrei übernachtet werden. Andere nutzen lieber den Anker um in Ufernähe oder einem Seitenarm zu pausieren.

Passantenhaven Geertruidenberg

Passantenhaven Geertruidenberg

Es ist noch früh am Tag ist und wir haben für heute noch einiges auf unserem Zettel stehen. Wir fahren weiter auch wenn die Natur und das wunderbare Wetter zum Verweilen einladen.
Je mehr wir uns der Maas nähern umso mehr Freizeitboote begegnen uns. Kleine Motorboote, Jollen und Motoryachten.
Von weitem sehen wir das riesige RWE Kohlekraftwerk Amercentrale in Geertruidenberg.
Wir fahren auf die Maas und drehen nach Backbord in die Bergfahrt. Nach 500 Metern biegen wir nach Steuerbord in die Donge ein um uns einen Liegeplatz in Geertruidenberg zu suchen.

Geertruidenberg

Geertruidenberg

Wir steuern für unsere Mittagspause und Stadtbesichtigung den Passantenhaven Geertruidenberg an. Die Einfahrt zum Passantenhaven befindet sich unmittelbar vor der Bergse Brug.
Ein Niederländer verholt sein Stahlschiff und so können wir in dem engen Hafen mit unserer Vissers MK1250 festmachen. Es ist für unser Schiff schon etwas eng hier. Im Nachhinein erfahren wir, dass normalerweise Schiffe bis zu einer Länge von 12 Meter zugelassen sind.
Landgang – wir nehmen uns Zeit und besichtigen in Ruhe das Städtchen Geertruidenberg. Bewegung tut gut. Bei dem tollen Wetter ist ein Fußmarsch genau das richtige.
Weiter geht es die Maas zu Berg.

 

 

Geertruids Kirche

Geertruids Kirche

Für die Übernachtung ist das malerische Städtchen Heusden vorgesehen. Von Geertruidenberg bis nach Heusden sind es lediglich 30 Kilometer. Mit unserem Schiff etwa 2,5 Stunden Fahrt.

Brücke bei Keizersveer

Brücke bei Keizersveer

Brücke bei Heusden

Brücke bei Heusden

Arosa ist das kleine Schiff in der Mitte

Arosa ist das kleine Schiff in der Mitte

In der Tat kommt nach gut 2 Stunden Fahrt Heusden in Sicht. Es scheint jede Menge los zu sein. Bei unserem letzten Besuch im März 2013 waren wir mit unseren beiden Motoryachten die einzigen Gäste.
Es ist gar nicht so einfach für uns einen Liegeplatz zu finden.
Nach einigem Suchen steuern wir den Jachthaven de Wiel an. Kaum nähern wir uns der Steganlage bekommen wir am Außensteigern einen prima Liegeplatz zugewiesen. Besser geht es nicht. Wir sind beeindruckt von den riesigen Yachten um uns herum. 20 Meter Schiffslänge ist noch wenig. Unsere schöne Arosa erscheint in dieser Marina wie ein Zwerg!. Der Jachthaven de Wiel bieten Yachten bis zu einer Länge von 40 Metern Liegeplätze an.

Mühle in Heusden

Mühle in Heusden

Stadthafen Heusden

Stadthafen Heusden

Auf geht es den bezaubernden Ort Heusden zu erkunden. Bei sommerlichen Temperaturen schlendern wir durch den Ort. Hier pulsiert das Leben. Überall Urlauber. Die Cafés laden zum Verweilen ein. Wir entdecken einen freien Tisch und bestellen eine Runde Bier – unser etwas verspätetes Anlegebier. Nach einer zweiten Runde geht es wieder zurück aufs Schiff.

 

Vismarkt Heusden Rathaus Heusden

Megayacht Seahorse Heusden Sonnenuntergang Heusden

Donnerstag, 17.08.2017

Kettenfähre Bergsche Maas 8

Kettenfähre Bergsche Maas 8

Bei leichtem Regen legen wir ab. Bei dem Wetter fällt der Abschied vom wunderschönen Heusden etwas leichter. Wir gehen in die Bergfahrt. Nach gut 2.5 Stunden Fahrt zu Berg biegen wir nach Backbord in den Kanaal van Sint Andries ab. Nach mehreren Hundert Metern geht es linker Hand auf einen Baggersee. Mittlerweile haben Böen um 6 Beaufort und starken Regen. So richtig erfreulich ist das Wetter nicht. Nach einer kleinen Runde über den See beschließen wir die Weiterfahrt.

Rio 1, Heimathafen Breskens

Rio 1, Heimathafen Breskens

Wir schlängeln uns weiter die Maas bergauf. Auf der Maas geht es im Vergleich zum Rhein sehr beschaulich zu. Wenig Strömung und ausgesprochen wenig Berufsschifffahrt.
Dafür gibt es ab und zu auf der kanalisierten Maas eine Schleuse.

Prinses Maxima Schleuse

Prinses Maxima Schleuse

Gegen 13.00 Uhr erreichen wir die Prinses Máxima Sluis. Ein beeindruckender Schleusenkomplex erwartet uns. Die Schleuse besteht aus zwei Schleusenbecken. Das große Becken hat eine Länge von 200 Metern und eine Breite von 18 Metern. Dort dürfen Schiffe mit einer Länge von 200 Metern, einer Breite von 17,50 Metern und einem Tiefgang von bis zu 4 Metern schleusen.
Nachdem wir die Schleuse passiert haben geht die Fahrt auf der Maas weiter.

 

 

Ankern auf den Seen von Maasbommel

Ankern auf den Seen von Maasbommel

Nach einer Stunde erreichen wir das Seengebiet von Maasbommel. Wir suchen uns eine geschützte Ecke und lassen auf 3 Meter Wassertiefe den Anker fallen. Der Wind reicht aus um den Anker einzufahren. Nach 10 Minuten legen wir gleichwohl den Rückwärtsgang ein und fahren den Anker mit 1500 Umdrehungen noch weiter ein.
Am späten Nachmittag verholen wir uns an einen Liegeplatz bei Water Sports Maasbommel.
Unser Spaziergang führt uns in den nahe gelegenen Ort Maasbommel. Heute ist hier nichts los. Liegt es vielleicht an dem Wetter?

Freitag, 18.08.2017

Das mächtige Wehr der Grave Schleuse

Das mächtige Wehr der Grave Schleuse

Heute früh stehen Hafenmanöver auf dem Programm. Es gibt genug freie Liegeplätze an denen wir An- und Ablegen können. Wir üben das Eindampfen in Heckspring, Heckleine und Vorspring. Immer wieder schön zu sehen wie in der Kombination Leine und Motorkraft große Schiffe sicher bewegt werden können.
Weiter geht es die Maas zu Berg. Wir passieren die Schleuse Grave und machen anschließend im gleichnamigen Ort fest. Heute ist in Grave Markt. Wir entdecken einen Fischstand der von zig Leuten umlagert wird. Hier gibt es frischen Kibbeling. Unser Abschiedsessen zum Abschluss eines wunderschönen Sommertörns.

Einfahrt Schleuse Grave Kibbeling in Greve

9 Kilometer später erreichen wir unseren Heimathafen Cuijk. Bei starkem Wind darf Evelin noch einmal anlegen. Klappt prima!
Wir tanken Arosa voll. 127 L Diesel für 21 Motorstunden gehen in Ordnung. Ein Durchschnittsverbrauch von 6 Liter je Stunde ist für eine 12.5 Meter lange Stahlyacht ein respektabler Verbrauch. Insgesamt haben wir in 4 Tagen 207 Flusskilometer zurück gelegt.

Wir waren wieder sehr zufrieden mit der Motoryacht von Vissers Yachtcharter wie auch mit der Betreuung vor Ort.

Herzlichen Dank an die Vissers Brüder!

Reiseroute

Cuijk – Tiel – Woudrichem – Geertruidenberg – Heusden – Maasbommel – Grave – Cuijk, insgesamt 207 Flusskilometer

Reiseroute

Flusskarten und Revierführer

Gerne stehe ich Euch für Fragen zum Revier und der Charter Firma Vissers zur Verfügung.

Wolf, office@rheintrainer.de, +49 176-47666540

Über den Autor

Wolf Ortlinghaus

Wolf Ortlinghaus

Wolf Ortlinghaus ist seit mehreren Jahrzehnten auf Segel- und Motoryachten weltweit unterwegs. Freizeittörn, Überführungstörn, Skippertraining, Ausbildungstörn sowie die Motorboot Ausbildung wie auch das Radar Training auf dem Rhein bei Düsseldorf gehören bei ihm seit Jahren zum regelmäßigen Spektrum im praktischen Umgang mit Sportbooten. Gerne gibt er sein Wissen im Rahmen von Schulung, Beratung, Email, Telefon, einem persönlichen Gespräch und Blogs weiter.




Mit dem gelben Motorboot über den Golf du Morbihan – Südbretagne

20.06.2017 – Heute wollen wir den Golf du Morbihan mit dem Motorboot erkunden.

Bei fast 30 Grad und absoluter Windstelle versprechen wir uns etwas Abkühlung auf dem Wasser. Seit Jahren kennen wir die Südbretagne (siehe auch Törnbericht 2016) als wunderschönes Urlaubsziel. Häufig mit Westwind und eher wechselhaften Wetter verbunden. Dieses Jahr haben wir seit Tagen hochsommerliche Temperaturen und strahlend blauen Himmel. Auch für die Einheimischen ist dieses Wetter eher untypisch. Die Bauern klagen über das trockene und zu heiße Wetter, die Touristikbranche freut sich ob der guten kurzfristigen Buchungen.

Ob doch etwas an der Erderwärmung dran ist?

 

Mit dem gelben Motorboot über den Golf du Morbihan - Südbretagne - Steganlage Arradon

Steganlage Arradon

Wir haben bei Le Blan Marine ein kleines Motorboot mit der Bezeichnung Menhir gemietet. Menhir heißt übersetzt Hinkelstein!

Das Schwimmvermögen von Hinkelsteiner ist eher begrenzt. Was bedeutet das für unser Motorboot? Auf jeden Fall macht es einen soliden Eindruck und verfügt über einen Yamaha Außerborder mit 6 PS Leistung.

Nach kurzer Einweisung und einigen Tipps zur Navigation für unsere geplante Route verlassen wir die Steganlage in Arradon und fahren gen Süden. Unser Ziel ist die Insel Ilur.

Mit dem gelben Motorboot über den Golf du Morbihan - Südbretagne - Île d'Arz

Île d’Arz

An unserer Steuerbordseite liegt die Insel Ile-aux Moines. Backbord liegt die Île d’Arz.

Auf dem Golf haben wir doch etwas Wind. Zusammen mit dem Fahrtwind ergibt dies eine kühlende Briese. Unser kleiner Hinkelstein kommt bei 2/3 Drittel Gas auf 5 Knoten Fahrt über Grund. Das ist ordentlich und auf dem Golf absolut ausreichend.

Dank Seekarte, guter Betonnung und klarer Sicht ist die Navigation auf dem Golf einfach. Ab und zu noch ein Blick auf das Smartphone mit der Navionics Karte zur Bestätigung das wir auf dem richtigen Kurs sind.

Nach 40 Minuten kommt die Südkardinal Tonne Drenec in Sicht. „Die Tonne müsst Ihr unbedingt südlich passieren“, wurde uns eingeschärft. Klar, machen wir ja auch.

Südkardinal Tonne Drenec

Südkardinal Tonne Drenec

Wenig später erreichen wir die Île Ilur. Einige Yachten ankern bereits vor der Insel, Kanus und Schlauchboote liegen am Strand.

Ankernde Yachten vor der Île Ilur

Ankernde Yachten vor der Île Ilur

Wir lassen unseren Anker mit Kettenvorlauf und Leine fallen. Mit kleiner Fahrt zurück fahren wir den Anker ein.

Motorboot Menhir am Strand von der Île Ilur

Schnell die Badesachen an und rein ins kühlende Nass. Stopp – so schnell doch wieder nicht. Die kleine und etwas zu kurze Badeleiter wird von Inge nicht akzeptiert. Also noch einmal den Anker hoch und am Strand anlanden.

Von dort geht es endlich Schwimmen.

 

Motorboot Menhir am Strand der Île Ilur

Schlauchboot am Strand der Île Ilur

Nach erfolgter Abkühlung verholen wir uns wieder an unseren Ankerplatz und genießen unseren mitgebrachten Kuchen – Tarte aux Pommes. Besser kann es uns nicht gehen!

Anker auf und weiter geht es entgegen dem Uhrzeigersinn um die Île d´Arz. In dieser Richtung gibt es nur einige wenige kleine Tonnen die weit auseinander liegen. Hier gilt es selbst bei Hochwasser sorgfältig Ausschau zu halten. Uns fehlt ein Kompass an Bord. Der würde uns helfen den richtigen Kurs zu fahren.

Wir lassen die Île de Lern an Backbord. Wenig später ändern wir unseren Kurs auf Westnordwest.

Nach gut 2 Meilen passieren wir die Untiefentonne Boedic und nehmen das Fahrwasser Richtung Vannes.

Westkardinaltonne Boedic

Westkardinaltonne Boedic

An unserer Steuerbordseite haben wir wenig später die beeindruckende Tonne Roguedas.

Tonne Roguedas

Tonne Roguedas

Im Golf liegen viele Yachten und Boote an Tonnen. Eine preisgünstige Alternative zu Steganlagen. Die Eigner haben kleine feste Dinghis mit denen sie zum Liegeplatz paddeln.

Katamaran an Mooring Boje - Kostengünstiger Liegeplatz

Katamaran an Mooring Boje – Kostengünstiger Liegeplatz

Auf der Île Boedic entdecken wir eine kleine Kapelle.

Kapelle auf der Île Boedic

Kapelle auf der Île Boedic

Wunderschöne Häuser am Ufer des Golf finden unsere Bewunderung. Wäre schon schön hier zu leben …..

Manövrierbehindertes Arbeitsschiff quert in voller Fahrt das Fahrwasser

Manövrierbehindertes Arbeitsschiff quert in voller Fahrt das Fahrwasser

Nach einer weiteren Seemeile Richtung Vannes beschließen wir umzukehren und setzen unsere Fahrt Richtung Arradon fort.

Kleine Kirche am Ufer westlich von Arradon

Kleine Kirche am Ufer westlich von Arradon

Nach 4 Stunden sind wir wieder an dem Ausgangspunkt unserer romantischen Reise über den Golf du Morbihan angekommen.

Der Ausflug hat sich wirklich gelohnt.

 

 




Mit dem Handpeilkompass nach England

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Sunflower – Contest 28

„Wärst Du bereit als Schiffsführer mit meiner Contest 28 und mir nach England zu segeln?“ lautete letztes Jahr die Frage von Thomas. Thomas hat sich eine Contest 28 Baujahr 1980 zugelegt und segelt diese erfolgreich und mit viel Freude auf dem IJsselmeer. Sein Wunsch ist es unter Anleitung eines erfahrenen Schiffsführer Erfahrungen auf der Nordsee zu erwerben und vor allem nach England zu segeln.

Neben der Törnplanung wird die Ausrüstung im Detail besprochen. Insbesondere die Sicherheitsausrüstung muss noch ergänzt werden. So werden Rettungsinsel, Seenotsignalmittel und Strecktaue angeschafft. Ein hochwertiger B&G Kartenplotter ist bereits an Bord und wird ergänzt um AIS. Alle ausrüstungspflichtigen Schiffe sind bereits seit Jahren mit AIS (Automatic Identification System) ausgestattet. Yachten werden zunehmend ebenfalls auf freiwilliger Basis mit zumindest einem passiven AIS ausgerüstet. Das erlaubt auch ohne Radar Schiffe mit einem aktiven AIS zweifelsfrei auf dem Kartenplotter zu erkennen und bei Bedarf Ausweichmanöver einzuleiten oder auch einfach nur gezielt Kontakt mit der in der Nähe befindlichen Berufsschifffahrt aufzunehmen.

Am 22.06 fahren wir, Thomas und ich, abends nach Warns zum Liegeplatz der Sunflower, der Contest 28. Die Sunflower macht trotz ihres Alters einen sehr gepflegten und äußerst soliden und sicheren Eindruck. Morgen wollen wir früh los und gehen deshalb zeitig in die Koje.

23.06.2016

Für heute sind leider wieder heftige Regenschauer angesagt. Nachts hat es bereits ordentlich geregnet.

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Handpeilkompass

Macht nichts – nach dem Frühstück gehen wir unsere geplante Route durch und prüfen die Ausrüstung. Alles prima oder vielleicht doch eher fast alles. Der Skipper mag es kaum glauben. Als Steuerkompass kommt ein Handpeilkompass mit Halterung am Schott zum Einsatz. Hätte ich einen richtigen Steuerkompass bei einer Segelyacht für das IJsselmeer und das Wattenmeer vielleicht doch nicht voraussetzen dürfen?

Nun gut. Da der Handpeilkompass in seiner Halterung am Schott für den Steuermann gut zu sehen ist, legen wir erst einmal ab.

Wir verlassen Warns und erreichen kurze Zeit später die Johan-Friso-Sluis. Bereits bei unserer Annäherung öffnen sich Brücke und Schleusentore. Nach der Schleusung setzen wir Segel und nehmen Kurs Richtung Den Oever.

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Sendemast Den Oever im Starkregen

Sunflower segelt ausgezeichnet. Bereits bei 2 bis 3 Windstärken erreichen wir 5 Knoten Fahrt über Grund. Die Wolken über uns wirken beeindruckend und zeitweise sogar etwas bedrohlich. Immer wieder ist das Grollen von Gewitter zu hören. Wenig später lässt der Wind nach und ergiebiger Regen setzt ein. Irgendwann haben wir genug und starten den Motor um den verbleibene Strecke zur Seeschleuse zurück zulegen. Kaum haben wir im Vorhafen der Stevinsluis festgemacht lässt der Regen deutlich nach.

Eine halbe Stunde später öffnet sich die Schleuse. Nachdem alle Schiffe Richtung IJsselmeer die Schleuse verlassen haben, fahren wir mit mehreren anderen Booten in die Schleusenkammer ein. Nach der Schleusung geht es zur Drehbrücke die sich für einige wenige Freizeitboote öffnet. Auf der Autobahn pausiert derweil der Verkehr. Auf deutschen Autobahnen schwerlich vorstellbar.

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Bohrinsel im niederländischen Gewässer

Jetzt sind wir im Wattenmeer. Endlich auf See! Anfänglich haben wir noch etwas Gegenstrom. Dann schiebt uns der mächtige Gezeitenstrom an Den Helder vorbei durch das Schulpengat auf die Nordsee hinaus. Zeitweise machen wir gute 8 Knoten über Grund. Einige Stunden später passieren wir die Bohrinseln Q4a und Q4b und befinden uns wenig später in der Nordostwärts gehenden Lane des Verkehrstrennungsgebiets. Es ist einiges los. Neben einigen Frachtschiffen befindet sich auch ein Kreuzfahrtschiff auf der Nordöstlichen Route. In der Trennzone schläft der Wind ein.

 

 

Dann halt unter Motor weiter. Der Yanmar Diesel lässt sich jedoch nicht zum Leben erwecken. Die Starterbatterie ist leer. Offensichtlich haben wir ein Problem mit der Lichtmaschine. Auch die Servicebatterie hat eine bedenklich niedrige Spannung von lediglich 11,5 Volt. Gleichwohl reicht die Power der Servicebatterie um die Maschine zum Leben zu erwecken.

Nach etwas Suchen und Nachdenken ist der Fehler gefunden. Ein Kabel für die Lichtmaschine hat sich gelöst. Jetzt haben wir wieder eine solide Ladespannung von 13,5 Volt und können unsere Reise in die Nacht beruhigt fortsetzen.

Nachts kommt wieder Wind auf und bei klarem Himmel ist es einfach wunderbares Segeln. Über uns Sternenzelt und Mond.

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Endlich wird die englische Gastlandflagge gesetzt

Gegen 09.00 Uhr befinden wir uns laut Seekarte in englischen Gewässern. Thomas holt die niederländische Gastlandflagge und setzt die extra für diesen Törn erworbene englische Flagge.

Am Nachmittag kommt die englische Küste in Sicht. Einige Stunden später stehen wir in der Nähe von Lowestoft. Dicht unter Land müssen wir gegen den Nordwärts laufenden Gezeitenstrom anfahren.

 

028-Lowestoft-IPTS

Hafeneinfahrt Lowestoft – IPTS grün weiß grün

Das internationale Hafensignal der Hafeneinfahrt zeigt grün-weiß-grün. Weiterfahrt nur nach expliziter Aufforderung durch die Hafenbehörden gestattet. Thomas meldet uns bei Lowestoft Port Control an und wir bekommen umgehend die Genehmigung einzulaufen.

 

 

030-RoyalNorfolkSuffolkYachtClubNach 38 Stunden Fahrt machen wir in der Marina des Royal Norfolk & Suffolk Yacht Club fest. Wir sind beide richtig glücklich diese Überfahrt mit guter Seemannschaft bestens bewältig zu haben.

Zur Belohnung gönnen wir uns im Yacht Club Fish&Chips und ein Bier.

Nach dem reichhaltigen Essen wollen wir die Uferpromenade von Lowestoft besichtigen. Ein gewaltiger Schauer überzeugt uns dann doch die wenigen Meter zur Sunflower im Spring zurückzulegen und den Spaziergang zu vertagen.

001-Warns-Lowestoft-Route

Unsere Reiseroute Warns – Lowestoft

029-Sunflower-in-UK25.06.2016

Wir haben strahlenden Sonnenschein! Nach einem ausgiebigen Frühstück erkunden wir bei dem tollen Wetter Lowestoft.

 

 

 

Gegen Mittag geht es weiter. Bei Flaute motoren wir gut erholt aus dem Hafen hinaus auf die offene See. Wenige Stunden später kommt wieder Wind auf. Das Großsegel ist ruckzuck gesetzt. Lediglich die Rollfock will sich nicht überreden lassen. Händisches Abwickeln und Bergen des Segels ist angesagt. In der Tat kann das obere Lager der Rollanlage etwas Fett vertragen. Wenig später funktioniert der Rollmechanismus wie geschmiert.

Für den Rückweg haben wir den Nordseekanal vorgesehen und segeln reinen Ostkurs.

 

070-IJmuiden27.06.2016

Gegen 11.30 Uhr befinden wir uns vor den beeindruckenden Wellenbrechern von IJmuiden. Wenig später geht es durch die Seeschleuse in den Nordseekanal vorbei an Amsterdam durch die Oranjeschleusen und die Schellingwouder Brücke weiter in das Markermeer. Ein angenehmer Wind schiebt uns gen Norden. Bei Enkhuizen geht es noch einmal durch eine Schleuse und dann nach Stavoren. Wir machen um 21.30 Uhr im Vorhafen in der Nähe Johan-Friso Schleuse fest.

 

27.06.2016

Am nächsten Morgen geht es durch die Schleuse zurück nach Warns. Nachdem Aufräumen der Sunflower geht es wieder zurück nach Deutschland. Ein intensiver, schöner und erfolgreicher Törn ist zu Ende.

002-Lowestoft-Stavoren-Route

Reiseroute Lowestoft – Warns

 

 

 




Südbretagne – La Trinité bis Pointe de Raz

In diesem Sommerurlaub wollen wir die Südbretagne mit der Segelyacht erkunden. Das Land der Menhire und Druiden.
Mittlerweile ist der Bekanntheitsgrad der Südbretagne auch durch die Krimis mit Kommissar Dupin gestiegen. Die bretonische Küste und die bretonische Kultur bilden in diesen Büchern stets den Rahmen und sind wesentliches Charaktermerkmal. Das Buch Bretonische Brandung war für uns Anlass auf den Spuren von Kommissar Dupin die Glénans, ein Archipel vor der bretonischen Küste zu erkunden.

Einige von uns kennen und schätzen die Südbretagne von diversen Landurlauben sehr. Das Revier bietet mit langen Sandstränden, Felsen, Steilküsten, Flußläufen und Inseln eine beeindruckende Vielfalt verbunden mit der bretonischen Küche und französischen Lebensart schon fast ein Garant für einen unvergesslichen Urlaub.

09.05.2016

Die Anreise erfolgt mit dem PKW. Von Düsseldorf legen wir die 1000 Kilometer in 10 Stunden zurück. Unsere Segelyacht haben wir bei Alternative Sailing in La Trinité-sur-Mer gebucht.

Südbretagne - La Trinité bis Pointe de Raz - 004-Menhir-Carnac

Menhire – Le Menec

Wir fahren jedoch erst einmal einen kleinen Umweg über Carnac um einen Blick auf die berühmten Menhire bei Le Menec zu werfen. Mehr als 1100 Menhire stehen hier in zwölf Steinreihen. Der genaue Ursprung der Menhire ist immer noch nicht erforscht. Jahr für Jahr zieht es zahlreiche Besucher aus der ganzen Welt zu den beeindruckenden Menhir Feldern in Carnac. Auch wir sind von diesem mystischen Ort beeindruckt.

Bei Alternative Sailing werden wir im Büro empfangen und erledigen die Formalien. Anschließend geht es auf unser Schiff eine Ovni 365, eine Aluminimyacht der Alubat Werft. Nach dem verstauen des Gepäcks fahren wir zum Großeinkauf in den nur 3 Kilometer entfernten Super U in der Avenue des Druides, einem Supermarkt mit umfangreichen Sortiment. 2 große übervolle Einkaufswagen schieben wir zur Kasse.

Als Vorspeise haben wir uns Bigorneaux und Bulot, beides Meeresschnecken, von der reichhaltigen Fischtheke ausgesucht. Dazu Cidre und frische Nudeln gefüllt mit Spinat und Käse. Bei einem Glas Rotwein lassen wir unseren ersten Urlaubstag ausklingen.

10.05.2016

Die Schiffsübergabe erfolgt kompetent und alle unsere Fragen werden umfänglich beantwortet. Die Checkliste in englischer und französischer Sprache ist gut strukturiert und erleichtert das gesamte Procedere sehr.

Unsere Ovni 365 mit dem Namen Rêve de Vie aus dem Jahre 2010 macht auf uns einen sehr gepflegten und technisch einwandfreien Eindruck. Die Ausrüstung ist ebenfalls recht umfangreich und beinhaltet im Preis bereits Beiboot mit Außenborder, Stagsegel für Starkwind sowie Spinnaker.

Rêve de Vie heißt übersetzt Traumleben. Die Ovni ist in der Tat für ein Traumleben im Gezeitenrevier gebaut. Mit dem Hubkiel und dem hyraulisch aufholbaren Ruder kann der Tiefgang von 2,1 Meter auf lediglich 55 Zentimeter reduziert werden. Das Schiff eignet sich somit hervorragend zum Trockenfallen.

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Fluß Crac’c

Nach erfolgter Übergabe und Sicherheitseinweisung können wir endlich die Leinen loswerfen.

Vorsichtig motoren wir aus der Marina heraus. Das ablaufende Wasser unterstützt unsere Fahrt auf dem Fluß Crac’h Richtung Atlantik. Wenig später setzen wir Großsegel und Genua. Der Wind weht schwach aus Südwestlichen Richtungen. Gleichwohl kommen wir gut voran und genießen das Segeln in der Bucht der Halbinsel Quiberon.

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Leuchtfeuer La Teignouse

Zahlreiche Untiefen und Flachs schirmen die Bucht vor dem Atlantik ab. Wir nutzen die Passage de la Teignouse um die Bucht zu verlassen und die Traumhafte Belle-Île anzusteuern.

 

 

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Ansteuerung Sauzon

Unser Ziel ist der malerische und charmante Hafen Sauzon.

Wir machen mit Heck- und Bug an zwei roten Gästebojen im hinteren Teil des Hafens fest. Dieser Teil des Hafens fällt trocken. Das Niedrigwasser wird heute Nacht gegen 03.00 Uhr eintreten. Schwert und Ruderanlage haben wir aufgeholt.

Jetzt gilt es erst einmal das Städtchen zu erkunden. Unser Torqeedo Elektroaußenborder schiebt unser Schlauchboot mit vollständiger Crew in Richtung Dinghi Steg.

 

Obwohl Vorsaison ist schon einiges los in Sauzon. Eine Fischersfrau verkauft den Tagesfang, Jugendliche springen von der Hafenmauer in das noch recht kühle Nass und Touristen schlendern durch die netten Gassen Sauzons. Wir haben für heute Abend die Creperie Les embruns ausgewählt. Ein toller bretonischer Abend mit Galettes, Crêpes und Cidre.

11.05.2016

Bei schwachem Wind und Wolken verhangenem Himmel laufen wir aus. Der offene Atlantik kräuselt sich nur noch wenig. Gegen Mittag sieht das Wasser fast wie ein Ententeich aus. Dank Dieselmotor kommen wir gut gen Westen voran. Unser heutiges Ziel die Glénans erreichen wir am frühen Nachmittag. Zum Einlaufen ist es aufgrund des Niedrigwassers noch zu früh. Wir lassen die Rêve de Vie treiben und verbringen die Zeit mit Angeln. Eine Makrele schnappt tatsächlich unseren Köder. Kein Abendessen aber als Vorspeise durchaus geeignet.

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Ein Hauch Südsee oder auch Karibik – das Glénan Archipel

Das Glénan Archipel wirkt mit seinem weißen Sand und kristallklaren Wasser wie ein Südseeparadies und ist der Ort an dem Kommissar Dupins zweiter Fall spielt. Die Glénan bestehen aus 9 Inseln und zahlreichen Riffs die je nach Höhe der Gezeit mehr oder weniger überspült sind.

Mit auflaufendem Wasser tasten wir uns vorsichtig in das Archipel. Inseln mit Sandstränden und Kristall klarem Wasser erwarten uns.  Wir machen im geschützten Chambre der Bucht südlich der Inseln Saint-Nicolas und Banalec an einer Boje fest. Jetzt zwei Stunden nach Niedrigwasser sind die beiden Inseln durch einen Sandstrand miteinander verbunden. Mit steigender Flut verschwindet der Strand zusehends. Wir fahren mit unserem Beiboot zur Pier von Saint-Nicolas um die Insel zu erkunden.

12.05.2016

044-Loctudy-Perdrix

Leuchtfeuer Perdrix

Wir verlassen zeitig die Glénans um unseren Weg nach Nordwesten fortzusetzen. Bei launischem Wind aus Nordwest um 2 bis 3 Beaufort ein recht mühsames Unterfangen. Gleichwohl wird gesegelt. Nach 8 Stunden Segeln befinden wir uns in der Ansteuerung von Loctudy. Wir bergen die Segel und haben das Leuchtfeuer Perdrix recht voraus.

046-Ile-Tudy

Halbinsel Île Tudy

An unserer Steuerbordseite taucht die wunderschöne Halbinsel Île-Tudy auf. Wenige Minuten später laufen wir in Loctudy ein und machen an einem der Gästeplätze fest.

Im Hafen erwerben wir eine ordentliche Portion Langoustine (Kaiserhummer / Scampi) für unser Abendessen.

13.05.2016

Heute gibt es zum Frühstück Croissants und Baguette – lecker! Der Wind kommt aus Nordwest mit 3 bis 4 Beaufort. Gegen Mittag nimmt der Wind auf 5 Windstärken  zu, so das wir auf unserem Kurs Hoch am Wind sogar ein Reff einbinden um den Ruderdruck zu reduzieren. Unser heutiges Ziel ist die Stadt Audierne gelegen am Fluss Goyen.

Audierne ist der letzte Hafen vor dem berühmt berüchtigten Pointe de Raz, dem westlichsten Kap des französischen Festlands. Von manchen wird diese Landspitze auch französisches Kap Hoorn genannt. Das Seegebiet ist aufgrund seiner starken Gezeitenströme, bei Wind gegen Strom gefährlichen Seegangs Verhältnissen und häufigem Nebel seit jeher von Seefahrer gefürchtet. Zahlreiche Wracks belegen eindrucksvoll die Gefährlichkeit des Pointe de Raz.

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Flussmündung Goyen

Wir machen uns jetzt erst einmal Gedanken wie wir die Barre vor der Flussmündung am besten passieren. Zwei Stunden nach Niedrigwasser sind wir noch etwas zu früh für eine entspannte Passage. Wir entsichern unser Schwert damit es bei einer Grundberührung hochgedrückt wird. Vorsichtig tasten wir uns in die Einfahrt hinein. Gleichwohl rumpelt unser Schwert bei der Passage der Barre.

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Audierne

Vom Bugkorb aus lässt sich der sichere Weg bei dem Kristall klaren Wasser recht gut erkennen um dem Rudergänger die notwendigen Steuerinformationen zu signalisieren. Knapp 2 Seemeilen geht es den Goyen flussaufwärts bis wir Audierne erreicht haben. Der Hafenmeister weist uns an einem Außensteiger einen Liegeplatz zu. Liegeplätze für Gäste gibt es hier so weit im Nordwesten nur sehr wenige. Er ist sehr überrascht um die Jahreszeit hier eine Charteryacht aus La Trinité zu Besuch zu haben.

14.05.2016

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Le Grand Large, Flussmündung Goyen bei Audierne

Am nächsten Morgen lassen wir wieder unser Schwert herunter. Das Ruderblatt lassen wir ebenfalls herunter jedoch lässt sich mit der Hydraulikpumpe kein Druck aufbauen. Offensichtlich hatte gestern beim Passieren der Barre auch unser Ruderblatt Grundberührung. Gut, dass wir bei der Einweisung aufgepasst haben. Schnell ist mit dem 22er Schlüssel der Bolzen für die Überdrucksicherung herausgeschraubt. Das Metallplättchen für die Überdrucksicherung hat in der Tat ein Loch. Schnell ist das Plättchen gewechselt und der Druck lässt sich wieder aufbauen um das Ruderblatt auch bei flottem Segeln sicher unten zu halten.

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Leuchfeuer Flussmündung Goyen, Audierne

2 Stunden vor Hochwasser verlassen wir das gastfreundliche Audierne und fahren Flussabwärts. Heute passieren wir die Barre ohne Grundberührung – geht doch.

Da weiterhin ruhiges Wetter angesagt ist, wollen wir uns heute das Pointe de Raz anschauen.

Der Wind hat auf Nordost gedreht. Optimal für uns. Wunderbares Segeln bei 4 Windstärken. In der Nähe der Steilküste wird der Wind launischer. Teilweise haben wir Böen mit bis zu 22 Knoten Wind. Unsere Rêve de Vie lässt sich davon nicht beeindrucken.

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Tourelle de la Plate und Phare de la Vielle

Unter voller Besegelung segeln wir durch die Passage – an unserer Steuerbordseite das Pointe de Raz mit dem mitten in der See stehenden Leuchtfeuern Phare de la Vieille und Tourelle de la Plate (Petite Vieille) und auf der Backbordseite die Insel Sein mit ihren zahlreichen nach Westen vorgelagerten Felsen auch Chaussee de Sein genannt.

Muss bei widrigen Wetterbedingungen die Insel Sein mit all den vorgelagerten Riffs umsegelt werden, ergibt sich ein Umweg von mindestens 50 Seemeilen!

Bei unserem Traumwetter können wir unbeschwert das Segeln in der Passage genießen.

Von hier aus sind es nur noch 20 Seemeilen bis Brest. Gleichwohl wenden wir vor dem Leuchtfeuer Phare de Tevennec und gehen auf Südkurs um erneut die Meerenge zwischen der Insel Sein und dem französischen Festland passieren.

Am frühen Nachmittag macht der Wind schlagartig Pause um wenig später aus südlichen Richtungen zu kommen. Die Winddrehung kommt mehr als 12 Stunden früher als vom Wetterbericht angekündigt.

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Hafeneinfahrt Le Guilvinec

Heute geht es nach Le Guilvinec einem bedeutenen bretonischen Fischereihafen. In der Saison ist das Einlaufen der Fischerboote immer ein von Touristen viel beachtetes Spektakel. Meist ist dann im Hafen kein Parkplatz mehr zu bekommen. Yachten ist es deshalb wochentags von 16.00 bis 18.00 Uhr verboten Le Guilvinec anzulaufen.

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Fischfangflotte Le Guilvinec

Mai ist Vorsaion, wir haben Samstag und kein einziges Fischerboot in Sicht. Die Ansteuerung von Le Guilvinec erfolgt am besten 2 bis 3 Stunden vor bzw. nach Hochwasser. Nach Westen säumen zahlreiche Felsen die Passage zum Hafen. Auf dem Weg zur Einfahrt sind einige Flachs zu passieren. Gleichwohl ist die Passage dank Tonnen und markanten Farbmarkierungen im Ort recht einfach.

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Rot markiertes Haus zur Ansteuerung

In Le Guilvinec gibt es nur einen einzigen Steiger für Gäste. Zwei kleine Yachten haben an dem Steiger schon festgemacht. Für uns bleiben gerade einmal 8 Meter Steglänge.

 

 

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Gästesteiger Le Guilvinec

Rückwärts manövrieren wir vorsichtig an den Steg heran und machen unsere Ovni 365 fest. 4 Meter unseres Schiffes stehen am Ende des Stegs über. An den kleinen Gfk Booten hätten wir mit unserem Alu Dampfer jedoch nicht festmachen können.

 

Als Fischereihafen steht in Le Guilvinec eine große Auswahl an Meeresfrüchten und Fisch zur Verfügung. Wir entscheiden uns noch einmal für die Langoustine.

15.05.2016

Heute haben wir wieder etwas besonderes vor – wir wollen den Fluss Odet bereisen. Von Le Guilvinec segeln wir gen Osten die Küste entlang. Von weitem sind schon die Leuchtfeuer Le Coq und Phare de la Pyramide zu sehen.

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Leuchtfeuer Phare de la Pyramide

Vor der Flussmündung Odet herrscht munteres Treiben von Segel- und Motorbooten sowie Fahrgastschiffen. Am Ostufer befindet sich das Städtchen Benodet mit einer großen Marina. Gegenüber befindet sich Sainte-Marine ebenfalls mit zahlreichen Liegeplätzen. Wunderschöne Villen und zahlreiche Bojenliegeplätze säumen die Flußufer.

 

 

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Villa Tri Men

Nachdem wir Benodet hinter uns gelassen haben wir es schlagartig ruhig. Beidseits des Flusses dichte Wälder, vereinzelt wunderschön gelegene Häuser und nach einer weiteren Flussbiegung taucht vor uns das Schloss Kéraudren auf. Einfach traumhaft. Mittags ankern wir und genießen die wunderbare Landschaft und erholsame Stille.

Nach der „Mittagspause“ fahren wir noch 2 Seemeilen weiter Richtung Quimper. Hier soll in Ufernähe ein Schiffswrack liegen. Und tatsächlich entdecken wir das Wrack. Viel weiter können wir mit Segelyacht nicht. Kurz vor Quimper befindet sich eine Brücke mit einer Durchfahrtshöhe von lediglich 7 Metern. Yachties, die nach Quimper wollen müssen vorher ankern und das Beiboot für den letzten Kilometer nutzen.

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Villa am Fluß Odet

 

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Schloss am Fluss Odet

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Schloss am Fluss Odet

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Riffs bei der Ansteuerung von Concarneau

Wir nutzen das ablaufende Wasser für die Rückfahrt. Bei der Flussmündung setzen die Segel und setzen unsere Reise nach Osten fort. In Concarneau machen wir an einem Steiger für Gästeyachten fest. Wir liegen hier in unmittelbarer Nähe der fast rundum vom Wasser umgebenen Altstadt der Ville Close welche sich hinter massiven Mauern verbirgt.

 

 

16.05.2016

094-Marina-Concarneau

Marina Concarneau

Früh sind wir unterwegs um die Altstadt von Concarneau die Ville Close zu besichtigen. Anschließend gehen wir über den Wochenmarkt mit seinen zahlreichen Ständen. In Frankreich sind gerade auf dem Land die Märkte von besonderer Bedeutung für die Versorgung der Bevölkerung. Wer kein Auto hat ist häufig auf die Märkte angewiesen.

Die mittlerweile recht leeren Gästesteiger nutzen wir für einige Hafenmanöver. Während der Saison ist so etwas undenkbar. Heute jedoch stört sich keiner daran, dass wir An- und Ablegen noch einmal in allen Varianten üben.

110-AsymetrischerSpi

Spinnaker

Bei wenig Wind verlassen wir Concarneau – ein guter Grund heute einmal den Spinnaker auszuprobieren. Nachdem wir uns etwas mit dem Spi vertraut gemacht haben, steht die große Blase richtig gut und beschleunigt unsere Rêve die Vie auf gut 5 Knoten. Als der Wind dauerhaft über 12 Knoten bleibt, wird der Spi wieder eingeholt. Bei mittlerweile gut 5 Beaufort rauschen wir unserem Ziel der Insel Groix entgegen. Gegen Abend laufen wir den Hafen Port Tudy auf der Insel Groix an und machen mit Heck- und Vorleine an zwei Bojen im Vorhafen fest. Im Hafen ist richtig was los. Touristenströme zieht es auf die Fähre zum Festland. Offensichtlich haben viele Franzosen das Pfingstwochenende für einen Abstecher zur Insel Groix genutzt.

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Leuchtfeuer Phare de Pen-Men im Westen von Groix

Die Insel Groix war bis 1940 Frankreichs wichtigster Thunfischhafen. Im Hauptort Le Bourg ziert ein Thunfisch den Glockenturm der Église Saint-Tudy.

 

 

17.05.2016

Heute ist Hafentag angesagt. Wir wollen den Tag auf der Insel verbringen und mieten uns Fahrräder direkt im Hafen. Da die Insel sehr bergig ist empfehlen sich Fahrräder mit einer vernünftigen Schaltung. Wir radeln den Berg hinauf zum Hauptort Le Bourg. Bevor wir mit unserer Radtour beginnen wollen wir noch Gemüse, Obst und hoffentlich auch Fisch kaufen. In einer kleinen Halle bieten Einheimische ihre landwirtschaftlichen Produkte sowie ihren frischen Fang an. Das Angebot ist recht überschaubar jedoch genau das was wir gesucht haben. Ein Fischer hat einige Seespinnen sowie einen richtig tollen Hummer. Schnell sind wir uns einig, dass es heute Abend Hummer und Salat geben soll. Der 1,8 Kg schwere Hummer wird in einer Plastiktüte verpackt und auf unserem Schiff im Kühlschrank verstaut. Dort kann er es sich jetzt gemütlich machen. Die großen Scheren hat der Fischer zum Glück mit robusten Gummiringen gesichert. Sonst ist schnell ein Finger abgebissen.

125-Saint-Tudy

Kirche Saint-Tudy mit Thunfisch auf dem Glockenturm

Mit unseren Fahrrädern geht es nach Locmaria und von hier aus die Küste entlang zur Pointe des Chat und dem gleichnamigen Leuchtfeuer Phare de la Pointe des Chats. Weiter geht es zum Plage des Grands Sables (der große Sandstrand) ein feinsandiger, etwa 500 Meter langer konvexer Strand, eine Seltenheit in Europa.

Nachmittags fahren wir noch an die Westseite der Insel um uns das Leuchtfeuer Phare de Pen-Men und die Steilküste anzuschauen.

 

 

 

140-HummerGegen Abend kümmern wir uns endlich um unseren Hummer. Der Hummer wird mit dem Kopf zuerst in das kochende Wasser gesteckt.

 

 

 

144-HummerNach ca. 20 Minuten im kochenden Wasser wird der Hummer mit kaltem Wasser abgeschreckt, zerlegt und zusammen mit Salat serviert – einfach köstlich.

 

 

 

18.05.2016

Bereits seit mehren Tagen mehren sich die Anzeichen, dass es heute ordentlich Wind geben wird. Der Wetterbericht untermauert dies noch einmal – West 6, Böen bis 8 Beaufort, zeitweise Regen. Während der Nacht ist der Luftdruck um rasant gefallen.

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Bavaria im Seegang

Gut das wir am Vorabend bereits das zweite Vorstag und die Backstagen geriggt haben. Die robuste Arbeitsfock für das zweite Vorstag haben wir ebenfalls bereits angeschlagen. Wir verlassen den Hafen und setzen das Groß im dritten Reff. Noch ist der Wind in Land nähe mit gut 20 Knoten eher moderat. Wir segeln weiterhin in der Windabdeckung und setzen das Vorsegel. Kaum haben wir die Abdeckung verlassen nimmt der Wind auf mehr als 25 Knoten zu. In Spitzen zeigt der Windmesser 36 Knoten Wind.

 

Der Seegang beträgt um die 2 Meter und wir surfen auf den schönen langen Atlantikwellen. Unsere Geschwindigkeit über Grund liegt bei 7 Knoten. Unsere Rêve die Vie ist ein tolles Schiff. Wir überholen ganz entspannt eine Bavaria, die noch deutlich mehr Segelfläche im Groß gesetzt hat als wir. So macht Segeln auch bei Starkwind richtig Spaß. Auf dem Schiff fühlen wir uns absolut sicher und entspannt.

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Leuchtfeuer La Teignouse

Gegen Mittag empfangen wir ein Mayday Relay der Küstenwache. Ein unbenanntes Schlauchboot wurde unweit des Leuchtfeuers La Teignouse gesichtet. Eine in der Nähe befindliche Motorbootbesatzung wird von der Küstenwache vergattert die Gegend abzusuchen. Wir brauchen noch 30 Minuten um in die Nähe des Leuchtfeuers zu kommen.

Mittlerweile sucht der Helikopter der Küstenwache ebenfalls das Seegebiet rund um den Leuchtturm ab. Leider ohne Erfolg.

153-Port-Haliguen

Port Haliguen

Nachdem wir das Leuchtfeuer passiert haben, müssen wir zu unserem heutigen Ziel, Port Haliguen, aufkreuzen. In der Bucht von Quiberon gibt es Dank der Abdeckung durch die Halbinsel kaum Seegang. So kommen wir gut voran und können nach 38 Seemeilen flottem Segeln in der Marina am Gästesteiger längseits festmachen.

 

 

19.05.2016

Unser letzter Segeltag – heute müssen wir nach La Trinité-sur-Mer zurück. Sonnenschein und 3 bis 4 Windstärken versprechen einen tollen Segeltag. Ideal um schnell noch Außenaufnahmen unserer Rêve de Vie zu machen. Der Skipper lässt sich im Beiboot aussetzen um das Schiff zu fotografieren sowie einige Videosequenzen einzufangen. Einige Stunden später machen wir im Heimathafen fest.

Abends lassen wir im Restaurant Le Surcouf den tollen Segeltörn bei französischer Küche und Wein ausklingen.

399-Crew

Wolf, Markus, Isabella, Iris

401-Reiseroute

Reiseroute 2016

Seekarten und nautische Unterlagen

Für die meisten Ansteuerungen und Passagen sind die Karten im Maßstab 1:50.000 ausreichend. Für die Glénans empfiehlt sich die Detailkarte 1:20.000. Ausgesprochen hilfreich sind die Navionics Seekarten auf einem Android Tablett.

Bei Charteryachten gilt es vor dem Verlassen des Heimathafens zu prüfen ob die an Bord vorhandenen Seekarten die gewünschte Reiseroute vollständig abdecken.

TitelKommentar
Süd-Bretagne, Französische Atlantikküste von Le Guilvinec bis La Rochelle, Autor: Ralf Paschold1. Auflage 2016, Der Autor segelt seit einigen Jahren in dem Revier. Zur Zeit der einzige deutsche nautische Reiseführer für dieses Revier. Empfehlenswert.
Bloc MarineStandardwerk für die französischen Küsten mit aktuellen Hafenbeschreibungen, Gezeiten, Stromkarten und Wetterinformationen. In der Regel das Standardwerk an Bord von Charteryachten in Frankreich. Wird jedes Jahr neu herausgegeben.
Courants de Marée - Côte süd de Bretagne (558, Ausgabe 2005).Detaillierte Stromkarten. In der Regel reicht der Bloc Marine aus.
Pilote Cotier Brest Quiberon 5A 12. Edition, Alain Rondeau.Zahlreiche Fotos und Skizzen, Erläuterung aller wichtigen Ansteuerungen und Passagen. Nur auf französisch erhältlich.
Pilote Cotier Quiberon - La Rochelle, 5B 12. Edition, Alain RondeauZahlreiche Fotos und Skizzen, Erläuterung aller wichtigen Ansteuerungen und Passagen. Nur auf französisch erhältlich.
7146 De la Pointe de Penmarc'h à la Pointe de Trévignou, 1:50.000
7067L De la Chaussée de Sein à Belle-Île, 1:150.000
7147L De la Chaussée de Sein à la Pointe de Penmarc'h, Baie d'Audierne, 1: 50.000
7148L Du Goulet de Brest à la Chaussée de Sein, 1: 50.000
7032L De L'Île de Groix à Belle-Île, Abords de Lorient, 1:50.000
7034L Golfe du Morbihan, 1:25.000
7031L De L'Île de Penfret au Plateau des Biruideaux, 1:50.000
7066L De L´Île Vierge à la Pointe de Penmarc'h, Abord de Brest, 1:150.000
7139 De la Pointe du Talut à la Pointe de Gâvres, Ile de Groix, 1:20.000

Charteranbieter und Agentur

Wir hatten unsere Segelyacht Rêve de Vie bei Alternative Sailing über die Agentur Yacht- & Charterzentrum gebucht. Die Buchung unseres individuellen Termins war problemlos möglich. Die ganze Abwicklung und Kommunikation war professionell. Die Betreuung vor Ort war freundlich, kompetent und professionell. Eine Liste mit den an Bord befindlichen Seekarten war im Vorfeld nicht erhältlich. Selbst in der Inventarliste der Segelyacht waren die Seekarten nicht einzeln aufgeführt. Es war lediglich vermerkt, dass 10 Seekarten zur Ausstattung gehören. Einige von uns zusätzlich gewünschte Seekarten wurden uns mehrheitlich umgehend zur Verfügung gestellt.

Segelyacht Rêve de Vie – Sonate Ovni 365

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Sonate Ovni 365, Baujahr 2010

Die Ovni 365 von der Alubat Werft war in einem gepflegten Zustand und technisch einwandfrei. Die umfangreiche Ausrüstung mit Spinnaker und zusätzlicher Arbeitsfock (Stagsegel) als Starkwindsegel, Kartenplotter, Autopilot, Elektrischer Ankerwinsch sowie Beiboot mit Außenborder hat uns sehr gut gefallen.

Außenborder, Beiboot, Spinnaker sowie Bettwäsche waren bereits im Preis enthalten. Für die zusätzliche Übernachtung vor Charterantritt sowie nach Ende der Charter wurden uns keine zusätzlichen Kosten in Rechnung gestellt. Die Nebenkosten beliefen sich auf die obligatorische Endreinigung in Höhe von 100,- Euro sowie eine Gasflasche.

Weitere Törnberichte

https://www.blauwasser.de/reviere/sued-bretagne-dupin

 




Kanada – Segeln im Land der Schwarzbären, Adler und Wale 15.05 – 30.05.2015

0001-Canada-FlagWir haben gerade unsere Segelyacht Sainte Reine II am Schwimmsteiger des Toba Wildernest Resort festgemacht. Der Eigner der Steganlage, Kyle, begrüßt uns herzlich in der Einsamkeit. Außer seiner Frau, seiner kleinen Tochter und ihm wohnt hier keine Menschenseele.

Ein scharfes “Stopp” entfährt Kyle als sich einer von uns vom Steg in Richtung Gebäude in Bewegung setzt.

Da vorne ist ein Schwarzbär!

Doch halt – wieso sind wir überhaupt gerade hier in der Einsamkeit gelandet?

Kanada - Segeln im Land der Schwarzbären, Adler und Wale

Nach zahlreichen Törns in Schottland, Norwegen und England stand uns der Sinn den kanadischen Westen zu erkunden. Zumindest einen kleinen Teil davon. Fasziniert von den Berichten über die Ursprünglichkeit der Natur waren wir ganz begeistert dabei Literatur und Internet zu studieren.

Nach intensiver Recherche wurde über Master Yachting bei Cooper Boating eine Dufour 365 gebucht. Für 4 Personen genau richtig.

Am 15.05.2015 geht es mit Air France von Düsseldorf und Stuttgart über Paris nach Vancouver.

Ein Großraum Taxi bringt uns flott nach Granville Island eine kleine Halbinsel inmitten der Großstand Vancouver. An diesem wunderbaren Ort mit zahlreichen Souvenirläden und Märkten befindet sich die Basis von Cooper Boating. Wir werden freundlich begrüßt und richten uns auf Sainte Reine II unserem schwimmenden Heim für 2 Wochen wohnlich ein. Anschließend geht es mit dem Taxi zum Großeinkauf in den Supermarkt.

Bei der Übergabe werden wir noch auf einige Besonderheiten des Reviers hingewiesen – segelt niemals nachts, hier treiben jede Menge Baumstämme im Wasser, beachtet die Engstellen im Norden, dort gibt es reißende Ströme mit bis zu 15 Knoten Geschwindigkeit und macht ordentlich Lärm im Wald damit Ihr nicht versehentlich über einen Bären stolpert.

Steht auch im Chartervertrag, zumindest, dass wir nachts nicht segeln dürfen. Ist für uns auch in Ordnung da wir uns auf die Natur, Landschaft, die Tierwelt und Meer freuen. Den Rest haben wir dank nautischer Literatur und Reiseführer ebenfalls schon abgespeichert. Gleichwohl wichtige Hinweise für die kommenden Segeltage sowie die Landausflüge.

16.05.2016

0003-Vancouver-ReedeAm nächsten Tag geht es gegen Mittag endlich los. Wir fahren unter der Burrard Bridge her und sehen an unserer Steuerbordseite die beeindruckende Skyline von Vancouver. Zahlreiche Megafrachtschiffe liegen auf Reede.

Bei schwachem Wind setzen wir Kurs ab auf den nahe gelegenen Howe Sound. Mittlerweile haben wir strahlenden Sonnenschein und tauchen gerade einmal 2 Stunden nachdem wir Großstadt Vancouver verlassen haben in der kanadischen Natur ab.

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Howe Sound

Wir segeln in dem landschaftlich ausgesprochen schönen Howe Sound bei 3 Windstärken und Sonnenschein. Rings um uns herum bewaldete Inseln.

Die Nacht verbringen wir in der Gibson Marina. Uns fallen sofort die in groben und unbehandelten Holz gezimmerten Steganlagen auf. Alles handwerklich solide aus heimischen Hölzern gefertigt. Wald gibt es hier wirklich im Überfluss.

17.05.2015

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Westview Marina

Heute geht es bei wenig Wind die Sunshine Coast nach Nordwesten zum kleinen Städtchen Powell River.In der Westview Marina finden wir einen schönen Liegeplatz, erkunden den Ort und genießen einen wunderschönen Sonnenuntergang.

 

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Sonnenuntergang Westview Marina

18.05

Heute wollen wir in den sagenhaften Desolation Sound in die kanadische Einsamkeit. Laut Revierführer wird vorher in Lund ein letzter Zwischenstopp empfohlen um die Vorräte zu ergänzen.

Auf dem Weg nach Lund kommt uns ein Schlepper mit einem riesigen Holzfloss entgegen. Hunderte von großen Baumstämmen sind zusammengebunden und werden in ganz gemächlicher Fahrt die Küsten entlang gezogen. Einige Robben und ein Seeadler haben es sich auf den Baumstämmen richtig gemütlich gemacht.

Wir wollen auf jeden Fall einmal die Anzeige unseres Dieseltanks überprüfen und nutzen gleichzeitig die Gelegenheit noch einige Kleinigkeiten um dort einige Kleinigkeiten in dem dortigen General Store einzukaufen.

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Nun geht es weiter Richtung Desolation Sound. Wir segeln hindurch zwischen Festland und unbewohnten Inseln und tauchen in der kanadischen Wildnis ein.

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0062-PrideauxHaven-WO-DSCN0985Wenig später stehen wir vor der Einfahrt zu Prideaux Haven. Nachdem wir die enge Einfahrt gemeistert haben öffnet sich ein wahrhaft wunderschöner Naturhafen für uns. Ganz einsam ist es hier jedoch nicht. Einige wenige Yachten liegen hier vor Anker.

Wir lassen unser Grundeisen auf einer Tiefe von 8 Meter fallen und bringen unsere 80 Meter Landleine mit dem Dinghi aus. Die Landleine wäre bei den wenigen Yachten nun wirklich nicht nötig. Im Sommer soll es hier jedoch sehr voll sein.

Bei den angenehmen sommerlichen Temperaturen schwimmen wir jeder eine Runde um unsere ruhig vor Anker liegende Segelyacht. Nie hätten wir uns so etwas Mitte Mai träumen lassen.

Wir genießen die wunderbare Ruhe und die traumhafte Landschaft.

19.05.2015

Anker auf – es geht weiter- Zahlreiche Buchten und Inseln gilt es hier noch zu erkunden. Zwischendurch laden erneut der tolle Sonnenschein und eine schön Brise zum Fotoshooting der Segelyacht ein. Der Skipper lässt sich im Beiboot aussetzen und fotografiert und filmt.

Bei den Cassel Lake Falls machen wir halt und erkunden die nah gelegenen Cassel Lake.

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Abends ankern wir in Squirrel Cove. Wieder liegen nur ganz wenige Boote mit uns in diesem ebenfalls grandiosen Naturhafen.

20.05

Am nächsten Morgen verlassen wir die Bucht und steuern das gleichnamige Örtchen Squirrel Cove an. An dem einzigen Steiger machen wir fest und ergänzen die Vorräte im General Store.

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Heute erkunden wir im Laufe des Tages die Cortez Bay und Gorge Harbour beides ebenfalls wunderschöne sichere Naturhäfen.

0106-UgandaPassage-WO-DSCN1244Am Nachmittag lichten wir den Anker und steuern auf die Uganda Passage zu. Eine Sandbank hat sich im Laufe der Jahre nur eine schmale schlangengleiche Passage zwischen den Inseln Cortez und Marina Island übrig gelassen. Dies gilt es genau zu treffen ansonsten ist ein auf Grund laufen vorprogrammiert. Wir navigieren sorgfältig und passieren die Sandbank ohne jede Grundberührung.

Anschließend runden wir den Norden von Marina Island und segeln Richtung Quadra Island dessen Südzipfel wir ebenfalls runden um Richtung Nordnordwest nach Campbell River zu segeln. Noch läuft der Gezeitenstrom gegen an. Wir passieren das Leuchtfeuer Cape Mudge.

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Erst um 20.00 Uhr machen wir in Campbell River fest.

21.05.2015 Hafentag auf Vancouver Island. Albrecht hat bereits am Vortag einen Mietwagen gebucht mit dem es jetzt über die Insel geht. Wir schauen uns etwas im Strathcona Nationalpark um, bewunder die Myra Falls und fahren über Schotterpisten weiter nach Tahsis auf die Pazifikseite von Vancouver Island.

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Dort entspannen wir uns bei Hamburger, einem Fläschen kanadischen Bier und wunderbaren Sonnenschein.

Auf der Rückfahrt haben den einzigen Regenschauer in diesem Urlaub. Was wurden wir vorher vor dem häufigen Regen gewarnt. Offensichtlich haben wir dieses Jahr einfach Glück mit dem Wetter.

22.05.2015

Heute geht es erst am Nachmittag los. Als navigatorischen Höhepunkt wollen wir durch die Seymour Narrows genau eine Stunde bevor der Strom kentert. Offensichtlich haben wir gut gerechnet. Der mitlaufende Strom wird zusehends schwächer und ein kleines Frachtschiff macht sich auch gerade auf den Weg durch die Engstelle. Gänzlich unspektakulär segeln wir weiter bis zur Brown Bay. In den Narrows kann es bei Springtide bis zu 15 Knoten Strom geben. Dann besteht für eine Segelyacht und deren Besatzung akute Gefahr. Gegen den Strom geht nicht und mit dem Strom ist die Wahrscheinlichkeit ebenfalls sehr groß an einem der Felsen zu enden und Schiffbruch zu erleiden.

Bei Brown Bay wenden wir und segeln durch die Narrows zurück.

Auf der Ostseite von Quadra Island ankern wir im Rebecca Spit Marine Park auf 8 Meter Wassertiefe und bereiten bei einem wunderschönen Sonnenuntergang auf dem Bordgrill unsere leckeren Steaks zu.

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23.05.2015

Wir verholen uns in die gleich um die Ecke liegende Heriot Bay und tanken zur Sicherheit noch mal einige Liter Diesel. Wir wollen noch einmal in die kanadische Einsamkeit. Heute haben wir Anglerglück und fangen einen ordentlichen Barsch.

In der Deer Passage, schwimmt tatsächlich eine Hirschkuh West Redanda nach Raza Island. Nach der Passage ändern wir den Kurs Richtung Osten und genießen tolle Segelstunden im Toba Inlet.

Am Nachmittag steuern wir das Toba Wildernest Resort an. Die einzige sichere Übernachtungsmöglichkeit in diesem tiefen Fjord.

0160-SchwarzbaerWir werden sehr freundlich von Kyle und seiner kleinen Tochter empfangen. Bevor wir zu dem kleinen Blockhaus mit Toiletten und Duschen dürfen, verjagen die beiden erst einmal den Schwarzbären. Auf keinen Fall füttern werden wir gewarnt. Wenn sich das Tier an Menschen gewöhnen sollte, wird es erschossen. So ist das halt hier. Ein Bär im eigenen Haus ist vielleicht doch nicht optimal.

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Von links: Wolfgang, Wolf, Eugen, Albrecht und im Hintergrund der Bär

Kyle hat fast alles was es hier im Wildernest Resort gibt selber gebaut. Die Steganlage, die Blockhäuser, die Stromerzeugung und Wassergewinnung aus dem nahe gelegenen Wasserfall.

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Die Familie lebt hier das ganz Jahr über in völliger Einsamkeit. Nach Campbell River benötigen sie mindestens Stunde mit ihrem Motorboot bei voller Gleitfahrt. Einkaufen gibt es also selten. Sie leben davon zwei kleine Blockhäuser zu vermieten und von den Liegeplätzen für gelegentliche Besucher.

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Unterrichtet wird die Kleine von ihrer Mutter und Internet gibt es über Satelliten. Das nutzen wir auch gleich um unseren Lieben Fotos vom Schwarzbären zu schicken.

24.05.2015

Morgens früh machen wir uns auf zum Wasserfall. Wir wollen uns anschauen wie die Wasserversorgung aus dem Wasserfall funktioniert. Der ursprünglich im Reiseführer beschriebene Weg ist nicht mehr passierbar. Im Winter ist ein großer Baum auf die kleine Brücker gefallen und hat diese zerstört. Kyle hat mit seiner kleinen Raupe einen kleinen Weg auf der anderen Seite des Wasserfalls im Dschungel geebnet.

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Zumindest der Einstieg gestaltet sich recht einfach. Dann geht es doch nur noch auf einem kleinen Trampelpfad weiter. Richtig toll der Urwald links und rechts des Trampelpfads. Ohne Kyle wäre hier nach nur wenigen Jahren wieder alles Urwald und zugewachsen.

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Nach unserer Wanderung segeln wir weiter in das Malaspina Inlet und anschließend nach Grace Harbour.

25.05.2015 Nun wollen wir weiter südlich noch einmal Vancouver Island anlaufen. Die Stadt Comox ist unser Ziel. Hier gilt es eine langgestreckte dem Land vorgelagerte Sandbank zu passieren. Lediglich eine kleine Passage erlaubt die sichere Durchfahrt. Durch die Baker Passage gelangen wir wieder auf die Strait of Georgia. Einige Stunden später passieren wir das Flach, die Comox Barre und laufen alsbald in der Comox Public Wharf ein. Zahlreiche Seehunde schauen uns von einem Schwimmponton interessiert zu.

 

26.05.2015

Auf unserem Rückweg nach Südosten kreuzen wir erneut die Strait of Georgia und erkunden die unbewohnte Insel Jedediah.

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Abends ankern wir in der kleinen Bucht Smugglers Cove.

27.05.2015

Zum Abschluß unseres Törns wollen wir uns noch einen weiteren Höhepunkt der Reise gönnen. Die noch weiter südlich gelegenen Gulf Islands wollen wir ansteuern. Diese Inseln sind deutlich flacher jedoch gleichwohl alle bewaldet. Wir passieren die äussere Inselkette durch die Gabriola Passage und ankern in Pirates Cove.

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Es wird ein richtig toller Landgang auf De Courcy Island. Abends sehen wir vom Beiboot aus noch einen Adler und einen Waschbären.

28.05.2015

Nun müssen wir wirklich Richtung Heimat. Morgens früh überholen wir erneut ein Floß aus zahlreichen Baumstämmen. Diesmal wird es sogar von zwei Schleppern dirigiert.

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Wir segeln wieder zum Howe Sound und nutzen diesmal die Barfleur Passage um zwischen den Inseln abzutauchen und Ankern in der Helkett Bay. Wieder verführt uns das sagenhaft schöne Wetter eine Runde ums Schiff zu schwimmen. Die Nacht verbringen wir in der Mannion Bay vor Anker.

29.05.2015

Heute ist es nur noch ein kurzer Schlag zurück nach Vancouver.

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Point Atkinson Lighthouse

Dort angekommen räumen wir die Yacht auf und machen einen Ausflug zu Fuß über Granville Island.

30.05.2015

Mit Air France geht es nach einem richtig tollen Segeltörn wieder zurück nach Deutschland. Wir haben viel erlebt, ganz viel Natur und eine beeindruckende Tierwelt. Den Schwarzbären hautnah, jede Menge Seerobben, Seelöwen, Adler, einen Waschbären und sogar in der Ferne einmal einen Wal.

Revierführer

An Bord waren die Revierführer von Anne & Laurence Yeadon-Jones (The Dreamspeaker Series). Zur Vorbereitung und für die Reise selber sind diese Bücher sehr zu empfehlen. Ich hatte vorab die für uns relevanten Volumes bei Amazon Canada bestellt.

Für unsere Reise haben wir die folgenden Revierführer eingesetzt:

Volume 2 – Desolation Sound & the Discovery Islands

Volume 3 – Vancouver, Howe Sound & the Sunshine Coast, incl. Princess Louisa Inlet & Jedediah Island

Volume 3 – Gulf Islands & Vancouver Island, Victoria & Sooke to Nanaimo




Zeeland – Ansegeln mit kleinen Herausforderungen

Törnbericht 27.03 – 30.03.2015

27.03.2015

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Bavaria 36 Cruiser Bruce
Foto: Wolf Ortlinghaus

Zum Einstieg in die Saison 2015 wollen wir ein verlängertes Wochenende in Zeeland segeln. Bei Enjoy Sailing haben wir die Bavaria 36 Cruiser Bruce gebucht. Auf dem Weg nach Sint Annaland erstehen wir Fischfilet für unser erstes Abendessen. Um kurz nach 10.00 Uhr treffen wir bereits bei Enjoy Sailing in Sint Annaland ein. „Eine Checkliste für die Schiffsübergabe benötigt Ihr nicht. Wir haben alles überprüft!“ versichert uns die freundliche Mitarbeiterin von Enjoy Sailing. Gleichwohl stellen wir fest, dass beide Gasflaschen an Bord leer sind, eine Pfanne fehlt und der Stromatlas für die Schelde Gewässer ebenfalls nicht an Bord ist. Alle fehlenden Ausrüstungsgegenstände werden flott zur Verfügung gestellt.

Die Saison beginnt gerade erst und so ist eventuell noch nicht alles 100 % eingespielt.

Nach erfolgreicher Schiffsübernahme und Sicherheitseinweisung geht es los. Bei moderatem Westwind und Sonnenschein genießen wir es wieder auf dem Wasser zu sein. Die Marina Sint Annaland ist über den Krabbenkreek mit der Oosterschelde verbunden. Im Krabbenkreek empfiehlt es sich im Fahrwasser zu bleiben. Links und rechts daneben wird es flach und je nach Höhe der Gezeit fallen große Flächen trocken. Auf der Schelde treffen wir jede Menge Binnenfrachter an. Wir halten uns gut von denen frei und sind sehr zufrieden mal wieder auf einer Yacht unterwegs zu sein.

Unser heutiges Ziel ist Terneuzen. Diese Stadt verfügt über eine Marina und liegt an der Westerschelde am Südufer. Der Weg dorthin führt über den Zuid-Beveland Kanal.

Nach einigen schönen Segelstunden fahren wir in den Zuid-Beveland Kanal ein. Über Funk haben wir uns angemeldet und warten auf die Öffnung der Postbrug. Einige Kilometer weiter gilt es auf die Öffnung der Vlakebruggen zu warten. Anschließend geht es in die Hans-Weert Sluis. Als erstes fährt das Binnenschiff Lovestory ein. Der Schleusenwärter macht uns klar, dass wir uns daneben legen sollen. Kurze Zeit später fährt als letztes der Binnenfrachter Johannes Sr ein. Endlich wird die Schleuse bedient.

 

Zeeland - Ansegeln mit kleinen Herausforderungen - Krabbenkreek - Sint Annaland

Krabbenkreek – Sint Annaland
Foto: Wolf Ortlinghaus

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Vlakebruggen
Foto: Wolf Ortlinghaus

Hans-Veert Schleuse

Hans-Veert Schleuse
Foto: Wolf Ortlinghaus

Schleusenmauer

Schleusenmauer
Foto: Wolf Ortlinghaus

Wenig später geht es auf die Westerschelde. Hier ist nun richtig was los. In der Mitte fahren die Hochseeschiffe Richtung offene See oder entgegengesetzt nach Antwerpen. Daneben an den Seiten die Binnenfrachter und Küstenmotorschiffe und irgendwo am Rand versuchen wir für uns freien Seeraum zu finden.

Mit Umsicht, vorausschauendem Blick und Beachtung der Kollisionsverhütungsregeln funktioniert das Miteinander der unterschiedlich großen Verkehrsteilnehmer prächtig.

Auf der Westerschelde sind stets die Gezeiten und vor allem der Strom zu berücksichtigen. Um 19.30 Uhr ist Hochwasser Vliessingen und so langsam macht sich der Strom gegenan bemerkbar. Zur Zeit ist es lediglich 1 Knoten. Bei Springzeit kann der maximale Gezeitenstrom auf der Schelde auch gerne gut 3 Knoten betragen.

Containerfrachter Elan - IMO: 9315006

Containerfrachter Elan – IMO: 9315006
Foto: Wolf Ortlinghaus

Gerade überholt uns der Containerfrachter Elan, der wie wir seewärts fährt. Mit 150 Meter Länge und fast 23 Meter Breite gehört die Elan noch nicht zu den richtig großen Hochseefrachtern, die auf der Schelde fahren. Kurze Zeit später passiert uns die zierliche Lady Menna mit einer Länge von lediglich 88 Metern.

 Lady Menna

Lady Menna
Foto: Wolf Ortlinghaus

Kurz bevor wir Terneuzen erreichen erleben wir einen wunderschönen Sonnenuntergang über der Schelde.

Sonnenuntergang über der Westerschelde

Sonnenuntergang über der Westerschelde
Foto: Isabella Faßbender

Wenig später queren wir die Westerschelde und laufen in Terneuzen ein.

Jachthaven Terneuzen

Jachthaven Terneuzen
Foto: Wolf Ortlinghaus

Wie erwartet ist die Marina zu dieser Jahreszeit recht leer. Nach dem Festmachen gibt es unser Anlegebier. Anschließend machen wir uns über unseren Fisch her und lassen den wunderschönen Segeltag mit vielen schönen Eindrücken ausklingen.

28.03.2015

Süd 4 bis 5, zunehmend Südwest 6 bis 7, zeitweise Regen, moderate bis schlechte Sicht – der Wetterbericht um 08.05 Uhr auf Kanal 23 hört sich nicht wirklich überzeugend an. Gleichwohl stimmt die Windrichtung für unseren heutigen Schlag von Terneuzen über die Nordsee in die Oosterschelde. Bei leichtem Nieselregen werfen wir die Leinen los und setzen die Segel. Noch weht es mit 4 bis 5 aus Süd. Wir folgenden dem Verlauf des Fahrwassers die Westerschelde seewärts. Der Gezeitenstrom schiebt uns heute mit bis zu 3 Knoten. Über Grund machen wir zeitweise knapp 9 Knoten Fahrt.

Auch heute ist wieder einiges los. Küstenmotorschiffe und Hochseefrachten sind unterwegs.

Auf einem Flach sehen wir zahlreiche Motorboote vor Anker liegen und angeln. Es ist Samstag und da ist natürlich auch die Freizeitschifffahrt vertreten.

Kurz vor Vliessingen ändern wir unseren Kurs nordwärts und queren die Schelde um dicht unter Land zu segeln. Nachdem wir Vliessingen passiert haben, runden wir Walcheren. In diesem Nebenfahrwasser entlang der Küstenlinie ist wenig Schifffahrtsverkehr. Die Frachtschiffe halten sich im Tiefwasser deutlich vom Land entfernt.

Radarüberwachung und Seenotrettung vor Walcheren

Radarüberwachung und Seenotrettung vor Walcheren

Nachdem wir Walcheren gerundet haben, nimmt der Wind deutlich zu und dreht zunehmend auf Südwest. Wir reffen das Großsegel und genießen das rasante Segeln.

Ost Untiefentonne OR-R vor der Roompotsluis

Ost Untiefentonne OR-R vor der Roompotsluis
Foto: Wolf Ortlinghaus

Wir nähern uns der Roompotschleuse und bergen die Segel. Vor der Schleuse machen wir am Wartesteiger fest. Die Schleuse wird in wenigen Minuten für uns bedient. Schon zeigen die Schleusensignale rot-grün an und die Schleusentore öffen sich. Wir werfen die Leinen los und werden lediglich vom achterlichen Wind auf 4 Knoten Fahrt beschleunigt. Die hohen Schleusenmauern geben uns Windschutz und unser Anlegemanöver läuft perfekt ab. Nach der Schleusung sind wir wieder auf der Oosterschelde. Wir entscheiden uns für Zierikzee, da für morgen Sturm angesagt ist. Weiter geht es bei sehr böigem Wind mit gerefften Segeln über die Oosterschelde. Nach einer guten Stunde haben wir bereits den Havenkanal von Zierikzee erreicht.

Keersluis Zierikzee - wird zum Schutz vor Hochwasser geschlossen

Keersluis Zierikzee – wird zum Schutz vor Hochwasser geschlossen
Foto: Wolf Ortlinghaus

Einen freien Liegeplatz gibt es nicht mehr. Wir müssen ins Päckchen. Die Crew einer Bavaria winkt uns zu sich heran und hilft uns beim Anlegen. Zum Dank spendieren wir eine Runde Becksbier. Die nette Crew revanchiert sich wenig später mit einer Runde Jupiler, einem belgischen Bier. So fühlen wir uns hier in Zierikzee gleich richtig wohl.

Nach dem Abendessen gönnen wir uns einen ausgedehnten Spaziergang durch das malerische Zierikzee.

Zierikzee bei Nacht<br>

Zierikzee bei Nacht
Foto: Wolf Ortlinghaus

Zierikzee bei Nacht

Zierikzee bei Nacht
Foto: Wolf Ortlinghaus

Zierikzee bei Nacht

Zierikzee bei Nacht
Foto: Wolf Ortlinghaus

29.03.2015

Der Wetterbericht hat für heute 7 bis 8 Windstärken mit Böen um 55 bis 60 Knoten angekündigt. Die belgische Crew muß heute noch die Yacht zurück geben und legt zeitig ab. Wir haben uns für einen gemütlichen Hafentag entschieden. Auch wenn der Höhepunkt des Sturms erst für heute Nachmittag angekündigt ist, wollen wir uns lieber Zierikzee anschauen und den Sonntag entspannt angehen. Am Nachmittag besuchen wir das Museum im Stadhuis und bekommen einen tollen Einblick in die Entwicklung der Seestadt Zierikzee und deren Bedeutung für den Handel in vergangenen Jahrhunderten.

 Nach dem Sturm

Nach dem Sturm
Foto: Wolf Ortlinghaus

Museumshafen in Zierikzee

Museumshafen in Zierikzee
Foto: Wolf Ortlinghaus

30.03.2015

Heute müssen wir wieder nach Sint Annaland zurück. Leider! Dazu müssen wir unter der Zeelandbrücke durch. Bei einer maximalen Durchfahrtshöhe von 15 Metern müssen wir bei unserer Masthöhe von gut 17 Metern auf die Öffnung der Brücke warten.

Zierikzee Mühle

Zierikzee
Foto: Wolf Ortlinghaus

Über Kanal 22 verabreden wir uns für 08.40 Uhr. Einige Minuten vorher ziehen wir im Seegang unsere Warterunden vor der Brücke. Pünktlich wird die Autobahn gesperrt, die Brücke jedoch nicht geöffnet. Nachdem sich lange Autoschlangen auf beiden Seiten gebildet haben, wird die Brücke wieder für den Verkehr freigegeben. Es gibt ein technisches Problem. Wir mögen bitte Geduld haben und warten. Techniker kommen mit ihren Werkstattwagen und unternehmen mehrere Versuche die Brücke in Betrieb zu nehmen. Vergeblich. Vorschlag des Brückenpersonals: „Fahrt erst einmal wieder nach Zierikzee. Noch haben wir keine Idee wieso sich die Brücke nicht bedienen lässt. Es könnte ein Softwareproblem sein“

Wir nutzen die Zeit in Zierikzee für eine weitere Stadtbesichtigung bei schönstem Wetter und tätigen einige Einkäufe bei Albert Heijn.

Zierikzee - Transporter mit Jupiler Werbung

Zierikzee
Foto: Wolf Ortlinghaus

Gegen 01.00 Uhr erhalten wir telefonisch die Info, dass die Brücke sich wieder bedienen lässt. Wir fahren hoch motiviert los und stehen einige Minuten später vor der geschlossenenen Keersluis. Die Schleuse ist wegen Hochwassers geschlossen und wird erst in einer Stunde wieder öffnen.

Geschlossene Keersluis - und wieder warten wir

Geschlossene Keersluis – und wieder warten wir
Foto: Wolf Ortlinghaus

Heute müssen wir wirklich geduldig sein. Der bereits von uns informierte Mitarbeiter von Enjoy Sailing gibt sich recht gelassen: „Kein Problem wenn Ihr später kommt. Hauptsache Ihr kommt samt Schiff wieder in Sint Annaland an.

Und tatsächlich schaffen wir es um 15.15 Uhr die Zeelandbrücke zu passieren. Hurra!

Weiter geht es unter Segeln Richtung Sint Annaland. Die Sonne scheint und wir genießen noch einmal feinstes Segelwetter.

Viele Frachter auf der Oosterschelde

Viele Frachter auf der Oosterschelde
Foto: Wolf Ortlinghaus

In der Marina legen wir rückwärts zum Steg an und räumen flott unsere Sieben Sachen zusammen.

Ein toller Start in die Segelsaion 2015!

Bavaria 36 Cruiser von Enjoy Sailing

Bavaria 36 Cruiser von Enjoy Sailing
Foto: Wolf Ortlinghaus

Die Crew: Ursula, Ole, Wolf, Tanja, Isabella

Die Crew: Ursula, Ole, Wolf, Tanja, Isabella
Foto: Isabella Faßbender mit Selbstauslöser

 

 

 

 




Seeschiffe

SeeschiffeDer Welthandel wird zu mehr als 90 Prozent über die Meere abgewickelt. In den meisten Segelrevieren dieser Welt müssen wir uns somit mit den dort fahrenden Frachtern arrangieren. Es ist beeindruckend welche Größe mittlerweile Containerschiffe erreicht haben. Neben Containerschiffen begegnet uns eine Vielzahl anderer Gattungen von Seeschiffen, wie Fischer, Tanker, Arbeitsboote, Marine, Lotsen, usw..

Somit verständlich, dass es auch hier auf dieser Webseite einen Bereich für Seeschiffe gibt.




Schottland – Irland – Isle of Man – Crinan Canal

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Princess Seaways in IJmuiden

Freitag,  13.05.2011
Endlich Urlaub !  Früh am Morgen fahren wir mit Wohnmobil und Ford Tourneo Connect los und treffen am frühen Nachmittag in IJmuiden am Fährterminal ein. Mehrere Schlangen mit PKW, Motorrädern, Wohnmobilen und LKWs haben sich bereits vor der „Princess Seaways“ gebildet. Einige Zeit später beginnt das Boarding. Auch Mikes großes Wohnmobil findet einen sicheren Platz für die Überfahrt. Wir beziehen unsere Kajüten und treffen uns anschließend an Deck, um das Ablegen unserer Fähre zu beobachten.

 

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Stahlwerke in IJmuiden

Für 20.00 Uhr ist unser Tisch im Restaurant gebucht. Ein wunderbares Buffet erwartet uns. So beginnt ganz stressfrei unser Schottland Urlaub. Bei Live Musik genießen wir den Abend, während die Schiffsbesatzung uns versorgt und für eine sichere Überfahrt nach England zuständig ist.

 

 

Schottland Irland Isle of Man Crinan Canal - 0020-Newcastle

Ansteuerung Newcastle

Samstag, 14.05.2011
Nach erholsamem Schlaf stärken wir uns für die weitere Reise an einem reichlichen Frühstücksbuffet.Wenig später laufen wir bereits in Newcastle ein. Weiter geht es jetzt mit dem Auto Richtung Carlisle nach Glasgow, wo wir unseren Mitsegler Thomas, der mit dem Flieger aus Hamburg angereist ist, zusteigen lassen. Jetzt sind es nur noch gut 2 Stunden durch die wunderschöne Landschaft Schottlands, bis wir unseren Ausgangshafen Craobh Haven erreichen.

Wir werden bereits vom Portway Yachtcharter Team erwartet und können unsere Yachten „Caitlin“ (Skipper Wolf Ortlinghaus) und „Evenstar“ (Skipper Wolfgang Schneider) mit unseren Klamotten und Lebensmitteln für 2 Wochen beladen. Beide Yachten sind in gutem Zustand. Einzig auf Caitlin macht die Heizung offensichtlich Schwierigkeiten. Trotz intensiver Fehlersuche eines Technikers lässt sich die Heizung nicht reparieren. Dann geht es also ohne Heizung los.

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Evenstar segelt gen Südwesten

Sonntag, 15.05.2011
Gegen Mittag legen wir endlich ab. Unser Ziel ist in diesem Jahr die Isle of Man in der Irischen See. Starker Westwind hilft uns zügig gen Süden zu Segeln. Dunkle Wolken und reichlich Regen machen uns die Entscheidung leicht, gegen Abend einen Stopp in der Bucht von Craighouse einzulegen. Caitlin und Evenstar werden an Mooring Tonnen festgemacht. Auf einen Ausflug nach Craighouse mit dem Beiboot verzichten wir angesichts des strömenden Regens.

 

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Glenarm Marina Irland

Montag, 16.06.2011
Der Wetterbericht sagt 5 bis 6 aus Westsüdwest vorher, später abnehmend 4. Wir müssen durch den berüchtigten North Channel und das für seine starken Strömungen bekannte Mull of Kentyre runden. Der Himmel ist wolkenverhangen, der Wind peitscht uns den Regen ins Gesicht. Der Seegang im Sound of Jura ist schon beträchtlich und nimmt gen Süden immer weiter zu.

Der North Channel empfängt uns mit ausgesprochen ruppigen Seegang und mäßiger Sicht. Das Mull of Kentyre können wir nur schemenhaft erkennen. Nach 55 Seemeilen machen wir in Glenarm, einer kleinen Marina in Irland, fest. Nach einer heißen Dusche sind alle wieder fit für neue Abenteuer.

Dienstag, 17.06.2011

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Hoch am Wind gen Isle of Man

Wir verlassen zeitig Glenarm, da wir heute bis zur Isle of of Man kommen wollen. Gegen 11.00 Uhr haben wir wieder Segelwind. Evenstar und Caitlin steuern unter voller Besegelung zu unserem Ziel. Am frühen Nachmittag treffen wir die Entscheidung, heute noch nach Douglas auf der Ostseite der Insel zu segeln. Am späten Nachmittag segeln wir südlich der Isle of Man durch den Calf Sound und bewundern die beeindruckende Landschaft.

Da der Strom gerade kentert, ist die Passage bei moderaten Windverhältnissen problemlos. Bei Wind gegen Strom rät der Revierführer dringend von der Durchfahrt ab.
Wolfgangs Crew bevorzugt den kleinen Umweg um den Chicken Rock und kann so herrliche Fotos des Leuchtfeuers aus unmittelbarer Nähe machen.

 

 

0052-Douglas-Outhar-HarbourNach der ruhigen Passage durch den Calf Sound segeln wir an der Ostküste entlang Richtung Douglas. Um 19.00 Uhr machen wir im Vorhafen von Douglas an dem Waiting Pontoon fest. Der Hafenmeister teilt uns über Funk mit, dass um 22.00 Uhr das „Flapgate“ zur Marina geöffnet wird. Das Flapgate, eine große hydraulisch betätigte Klappe, verschließt die Einfahrt zur Marina und verhindert so bei Niedrigwasser ein Leerlaufend des Hafenbeckens und somit ein Trockenfallen der Yachten in der Marina.
Bei 10 Meter Tidenhub richtet sich hier alles nach den Gezeiten. Das Flapgate zur Marina wird nur eine Stunde vor und eine Stunde nach Hochwasser geöffnet.
Und so geht es dann auch erst kurz nach 22.00 Uhr im Dunkeln unter Maschine in die Marina. Glücklicherweise gibt es zwei freie Liegeplätze nebeneinander für Evenstar und Caitlin. Ein großartiger Segeltag endet.

Mittwoch, 18.05.2012
Ganz oben auf der Einkaufsliste steht ein Heizlüfter für Caitlin. Glücklicherweise werden wir in einem Elektrohandel fündig. Wenig später haben wir einen Mietwagen, einen Bus mit 9 Sitzplätzen, gebucht und erkunden die Isle of Man.

In Castletown machen wir einen ausgiebigen Besichtigungsstopp und besichtigen das wunderbar restaurierte Castle Rushen. Vom Turm aus haben wir einen wunderbaren Ausblick auf den Hafen, das Meer und das Hinterland der Isle of Man und das alles bei wunderbarem Wetter.

 

Wenig später erreichen wir den Calf Sound. Bei jetzt stark nach Westen setzendem Gezeitenstrom hat sich eine recht kabbelige See aufgebaut. Gestern war es doch so ruhig im Sound. Weiter geht es nach Peel, der zweigrößten Stadt von der Isle of Man. Wir erkunden die Stadt, die Hafenanlagen und Peel Castle zu Fuß.
Da wir morgen wieder früh los wollen, müssen wir heute schon die Marina verlassen und die Nacht im Außenhafen am Waiting Pontoon verbringen. Gegen 23.00 Uhr öffnet der Hafenmeister für uns das Flapgate und die Brücke.

Donnerstag, 19.05.2012
Bei mäßiger Brise machen wir uns auf den Weg nach Bangor in der Nähe von Belfast. Am Abend erreichen wir nach 70 Seemeilen unser Ziel.

Freitag, 20.05.2012
Nach einem Ausflug durch Bangor legen wir ab und segeln bei Sonnenschein und angenehmen Segelwind Richtung Schottland. Heute wollen wir den North Channel queren, um wieder in schottische Gewässer zu gelangen. Am Nachmittag zeigt die aufziehende Bewölkung unmissverständlich die anstehende Wetterveränderung an. Heute früh hatte der Wetterbericht bereits bis zu 8 Windstärken für die Hebriden angekündigt. Für die Rückreise haben wir den geschützten Firth of Clyde und Crinan Kanal gewählt. Bei der anstehenden Wetterverschlechterung sicherlich eine gute Entscheidung.
Am späten Abend laufen wir in Campbeltown ein und machen längsseits an einer Segelyacht fest. Campbeltown liegt auf der Halbinsel Kintyre und ist bekannt für exzellenten Whisky der in den Brennereien Springbank, Glen Scotia und Glengyle hergestellt wird.

Samstag, 21.05.2012
Dauerregen weckt uns. Gleichwohl erkunden wir nach dem Frühstück Campbeltown. Für unsere Whisky Fans hat heute ein Besuch der Springbank Destillerie oberste Priorität. Da stört der Regen nicht.
Eine hoch motivierte Mitarbeiterin von Springbank führt uns durch die Destillerie und erläutert fachkundig den gesamten Fertigungsprozess der drei Whisky Marken Springbank, Longbow und Hazelburn. Nach der anstrengenden Besichtigung erholen wir uns bei der äußerst angenehmen Whisky Verkostung. Selbstverständlich erwerben wir noch einen kleinen Vorrat dieser erlesenen Spirituosen.

Gegen Mittag werfen wir die Leinen los. Nur unter Arbeitsfock rauschen wir bei gut 30 Knoten Südwind mit durchschnittlich 8 Knoten über Grund gen Norden. Wir segeln auf dem Kilbrannan Sound, dem Inchmarnock Water und Lower Loch Fyne Richtung Ardrishaig dem Zugang zum Crinan Kanal. Die wunderschönen schottischen Hügel und Berge können wir aufgrund des Regens leider nur schemenhaft wahrnehmen. Trotz allem macht das Segeln bei wenig Welle und tollem Speed richtig Spaß. Bereits nach 6 Stunden haben wir unsere 50 Seemeilen zurückgelegt und machen nach Rücksprache mit der Kanalverwaltung in der Seeschleuse für diese Nacht fest. Ansonsten gibt es nur die Möglichkeit in der Nähe der Schleuse zu ankern. Für uns alle ist es das erste Mal, dass wir in einer Schleusenkammer übernachten.

Sonntag, 22.05.2012
0080-Crinan-KanalDer Wetterbericht bestätigt uns in unserer Entscheidung – mit Windstärke 8 und mehr ist im Küstenbereich zu rechnen. Auf dem Kanal sollten wir davon nicht allzu viel bemerken. Zuerst jedoch müssen wir unseren Obolus für die Kanalnutzung entrichten. Je nach Schiffslänge sind gut 100 britische Pfund fällig und das für gerade einmal 9 Seemeilen Weg. Die Seeschleuse wird vom Kanalpersonal bedient.
Die nächsten 12 Schleusen dürfen wir alle Schleusen selber mit Muskelkraft bedienen. Die Schleusentore werden mittels eines langen Balkens, der als Hebelarm dient, bewegt. Für einen alleine eine ganz schön anstrengende Geschichte. Die Schieber lassen sich hingegen recht einfach mit einer Kurbel bedienen.
So wird die Fahrt auf dem Crinan Kanal dank der wunderbaren Landschaft und der manuellen Bedienung der Schleusen zu einem absoluten Höhepunkt unserer Reise. Keiner möchte diese 9 Seemeilen missen. In der Tat spüren wir von dem stürmischen Wind nur wenig. Häufig scheint die Sonne, nur ab und zu müssen wir uns gegen Regenschauer schützen. Am Nachmittag machen wir nach unseren zahlreichen Schleusenmanövern im bestens geschützten Crinan vor der Schleuse 14 fest. Selbst das kleine Loch Crinan ist bei dem draußen immer noch stürmischen Südwest mit weißen Schaumkronen übersät. Für morgen ist offensichtlich mit einer weiteren Verschlechterung der Wetterlage zu rechnen.

Montag, 23.05.2012
0084-Sound-of-JuraBBC4 verkündet für Bailey, Rockall, Malin und Hebriden Sturm. Laut Inshore Weatherforecast wird der Sturm gegen Mittag erwartet. Bis dahin ist mit gemütlichen 6 bis 8 Windstärken aus Südwest zu rechnen. So beschließen wir die 12 Seemeilen bis zu unserem geschützten Heimathafen zügig in Angriff zu nehmen. Kurz nach Verlassen der Seeschleuse bekommen wir einen ersten Eindruck vom stürmischen Wetter. Nur unter stark gereffter Arbeitsfock beschleunigt Caitlin mächtig. Nach Passieren von Ardnoe Point bekommen wir die volle Gewalt des Windes zu spüren. Obwohl wir uns im geschützten Sound of Jura befinden, ist die See voll mit Schaumkronen.

0086-sturmDas Steuern erfordert bei dem Seegang äußerste Konzentration. Wir steuern mit 270° auf Jura zu und halten uns so von den zahlreichen Felsen vor Dorus Mor frei. Bei gut 35 Knoten aus Südwest und Leegerwall würde eine Grundberührung unweigerlich zu einer schweren Havarie und Verlust der Yacht führen. Caitlin hat ein ausgezeichnetes und angenehmes Verhalten im Seegang. So macht das Segeln bei dem stürmischen Wind richtig Spaß.

Nur wenig später fallen wir auf 340° ab und lassen die Felseninsel Reisa an t-Sruith an Steuerbord liegen. An unserer Backbordseite schauen wir auf den aufgewühlten Golf of Corryvreckan. Wir fallen weiter ab auf 30° und steuern so direkt auf Loch Shuna zu um wenig später in Craobh Haven einzulaufen. Wir legen längsseits gegen den Wind an und sichern Caitlin durch zahlreiche Festmacher und alle uns zur Verfügung stehenden Fender. Selbst in der geschützten Marina hat sich eine ordentliche Welle aufgebaut. Wenig später läuft Evenstar ein und wird ebenfalls bestmöglich festgemacht. Jetzt kann der Sturm kommen.

0088-CraobhHavenEr kommt auch mit einer unvorstellbaren Gewalt. In Spitzen messen wir in der geschützten Marina 65 Knoten Wind.

Die äußerste Steganlage bricht im Sturm in der Mitte durch. Hoffentlich treibt der Steg samt Yachten nicht auf uns zu. Der Hafenmeister schaut machtlos auf seine Marina und schüttelt ungläubig den Kopf. So ein Wetter hat er im Monat Mai auch noch nicht erlebt. Nachmittags fällt in der ganzen Region der Strom aus. Für uns bedeutet das wieder mal keine Möglichkeit unser Schiff zu heizen. Einige Yachten werden selbst in diesem geschützten Hafen durch die Naturgewalten beschädigt.
Am Abend genießen wir im Restaurant Lord of the Isles ein wunderbares Candlelight Dinner. Dank Gasherd kann den vom Sturm gestressten Seglerinnen und Segler doch noch eine reichhaltige Auswahl an Speisen angeboten worden. Bei nachlassendem Sturm verbringen wir einen wunderschönen Abend im Restaurant.

Dienstag, 24.05.2011
0090-stranded-yachtBlauer Himmel und strahlender Sonnenschein verwöhnen uns bereits am frühen Morgen. Laut Wetterbericht soll der Wind von anfänglich 6 bis 8 Windstärken im Laufe des Tages auf 3 bis 4 abnehmen. Ideales Wetter für einen kleinen Ausflug nach Oban. Wir motoren durch den Sound of Cuan und setzen die Arbeitsfock. Noch ist der Seegang im Firth of Lorn beeindruckend hoch. Bei Südwest 6 rauschen wir mit Kurs Nordnordost Richtung Oban und machen nach 3 Stunden wunderschönem Segeln auf der Insel Kerrera gegenüber von Oban fest. Die Personenfähre der Marina setzt uns zur Stadtbesichtigung über nach Oban. Oban ist mit gut 8000 Einwohnern eine der großen und bedeutenden Städte an der Westküste Schottlands.

Mittwoch, 25.05.2011
0104-TobermoryHeute müssen wir mit Nordost 5 bis 7 rechnen. So langsam gewöhnen wir uns an das Segeln bei Starkwind. Ein Ausflug nach Tobermory auf der Insel Mull steht an. Im gut geschützten Sound of Mull lässt es sich auch bei viel Wind ausgesprochen angenehm segeln. In Tobermory verschlägt es uns dann doch erst einmal in die direkt im Hafen gelegene Whiskybrennerei. Auch hier lässt sich ein kleiner Einkauf einfach nicht vermeiden.

Donnerstag 26.05.2011
0154-Sound-of-MullWie bereits angekündigt hat der Wind auf Nordwest gedreht. Ideal um wieder zurück nach Craobh Haven zu segeln.Zeitweilig haben wir wieder deutlich mehr als 30 Knoten Wind. So wird auch das Segeln im Sound of Mull wieder zu einem beeindruckenden Erlebnis.

Freitag, 27.05.2011
An unserem letzten Segeltag gönnen wir uns bei gemütlichen 4 bis 5 Windstärken aus Südwest noch mal einen tollen Ausflug und umrunden die Insel Luing.

Samstag, 28.05.2011
Heute werden wir auf eine Schiffsfahrt verzichten und den Eurostar nutzen, um auf den Kontinent zurückzukehren. Nach nur 35 Minuten Fahrzeit sind wir in Frankreich. Somit ist für uns der Eurostar durchaus eine sehr attraktive Alternative den & Ärmelkanal zu queren. Ein wunderschöner und erlebnisreicher Urlaub geht nun zu Ende.
Bis auf die defekte Heizung waren die Yachten von Portway Yachtcharters wieder in sehr gutem Zustand und bestens ausgestattet.