Middelfart Stadthafen

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Liegeplätze

Gastyachten liegen im Gammelhavn auf 3 – 4,5m Wassertiefe. Sehr große Yachten können bei ruhigem Wetter aber auch an der Außenkante der Mole festmachen. Passierende Schiffe erzeugen im Hafenbecken – vor allem bei sehr schwachem Wind – zeitweise einen sehr starken, unangenehmen Schwell.

Navigation

Die Ansteuerung des befeuerten Hafens ist Tag und Nacht möglich. Sie erfolgt direkt vom Fahrwasser aus. Jedoch müssen der zeitweise stark setzende Strom beziehungsweise die Neerströmung beachtet werden. Am besten läuft man bis zur Verlängerung der Moleninnenseite und dreht im Stromschatten in die Hafeneinfahrt hinein.

Versorgung

Es sind alle Möglichkeiten der Versorgung einer Hafenstadt vorhanden.

Service

Toilette X
Dusche X
Wasser X
Müllannahme X
Elektroanschluss X
Brennstoff X
Lebensmittel X
Kran
Werft
Fäkalienentsorgung X
Rampe / Slip
Fähre / Bus / Bahn X
Fahrradverleih
Internetzugang

Kontakt

Telefon: +45 / 88 88 49 10 bzw. 20 41 92 60

NV. Landgangslotse

Sehenswertes

Die Stadt zwischen den Brücken wird Middelfart auch genannt ‑ es sind die einzigen beiden festen Verbindungen zwischen Jütland und Fyn. Der Name Middelfart rührt von der besonderen Lage der einstigen Fährstelle her, die genau zwischen den Fährorten Strib und Fønsøre lag. Wer also in Middelfart übersetzte, benutzte die „mittlere Überfahrt`. Viele Jahrhunderte lang war Middelfart der wichtigste Fährort auf der fynischen Seite, doch das aufblühende Fredericia machte den Bürgern der Stadt einen Strich durch die Rechnung. Strib lag günstiger zu Fredericia und übernahm daher die Rolle der wichtigsten Verbindungsstelle. Fortan ging es mit der Konjunktur in Middelfart bergab. Erst im 19. Jahrhundert brachte der Ausbau des Hafens wieder einen deutlichen Aufschwung.

In der Zeit vom 16. bis zum 19. Jahrhundert hielten sich die Middelfarter vor allem mit dem Fischfang und der Tümmlerjagd über Wasser. Begehrt waren die Tümmler wegen des Trans, der als Lampenöl verwendet wurde. Sogar die Straßenbeleuchtung von Middelfart wurde bis weit in das 19. Jahrhundert hinein damit gespeist. Als das Petroleum sich immer mehr durchsetzte, wurden immer weniger Tümmler gejagt und die Tümmlerfängergilde schließlich aufgelöst.

Die immer wieder von Krisen und Kriegen bedrohte Stadt wurde teilweise durch das Bombardement der preußischen Kanonen im Dreijährigen Krieg 1848 bis 1850 zerstört. Trotzdem sind alte Straßenzüge streckenweise erhalten. Ansprechend ist beispielsweise die Gegend rund um die Kirche und den alten Hafen. Interessant ist auch das Gebiet um die Knorregade, Smedegade und die Gl. Vestergade. Die „Hängenden Gärten“ am Hafen muten beinahe südländisch an. Es handelt sich hierbei um die reizvoll verschachtelte Rückfront der Gl. Vestergade mit terrassenförmig angelegten kleinen Gärten.

In der Brogade liegt das Middelfarter Museum, zugleich das wahrscheinlich sehenswerteste Haus der Stadt. Henner Friisers Haus heißt der Fachwerkbau mitten in der Altstadt gegenüber der Kirche. 1660 erbaut, war es ursprünglich das freistehende Vorderhaus eines Hofes und zählt heute zu den besterhaltenen Renaissancebauten in Dänemark. Schaut man sich die überaus rustikale und solide Eichenholzkonstruktion an, liegt auf der Hand, warum das Giebelhaus die Jahrhunderte überdauerte. Im Inneren sind Geräte und Waffen der Tümmlergilde ausgestellt. Schiffsbilder erinnern an die Blütezeit der Seefahrerstadt. Vorgeschichtliches aus der Stein‑, Bronze- und Eisenzeit ist zu sehen und eine Kopie der seltenen Marienkrone (von adligen Jungfrauen getragene Brautkrone), die 1933 in Middelfart gefunden wurde. Außergewöhnlich ist nicht nur die Sammlung von englischen Porzellanhunden (Staffordshire‑Hunden), sondern auch die Damenhutsammlung, deren älteste Stücke aus der Zeit um 1870 stammen.

Über der Turmtür der Kirche im Inneren hängen vier große Kieferknochen eines Riesenwales, der im Jahr 1604 im Sund strandete. Die Kirche selbst ist Stückwerk aus verschiedenen Jahrhunderten.

Mitte des 13. Jahrhunderts wurde sie im romanischen Stil errichtet und später im gotischen Baustil umgebaut. Der Turm kam im 14. Jahrhundert hinzu und erst 1667 war die Kirche mit dem Bau von Ge­wölbe und Chorhalle komplett.

In dem Gotteshaus ist das Modellschiff „Neptun““ aufgehängt, das die Tümmlergilde 1845 der Kirchengemeinde stiftete, wie auch das Modellschiff „Freia“. An die Tümmlerjagd erinnert ein Gedenkstein, der in der Havnegade gegenüber der Nicolai‑Kirche steht. Die Aufschrift erzählt von dem für viele Familien wichtigen Fang der Delphinart. Heute gibt es nur noch die 1959 gegründete Erinnerungszunft anstelle der Tümmlergilde.

Middelfart hat viele Galerien zu bieten. Eine davon findet man im alten Stadtteil neben dem Henner Friiser Haus: die Galerie Melfar. Außerdem gibt es in der Kleinstadt eine Reihe von renommierten Antiquitätengeschäften.